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Tierwohl Initiative

Edeka fordert messbares Tierwohl

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Katharina Krenn, agrarheute
am
23.12.2015

Edeka will seinen Beitrag zur derzeit unterfinanzierten Tierwohl Initiative nicht erhöhen. Die Bauern sind frustiert und demonstrierten vor Edeka-Märkten. Doch Edeka bleibt stur und zweifelt die Transparenz der Initiative an.

Der Frust der Bauern ist groß: Im Rahmen der Initiative Tierwohl hatten viele in ihre Ställe investiert, um das Tierwohl für die Schweine zu steigern. Doch weil die Initiative hoffnungslos unterfinanziert ist, konnte nicht einmal die Hälfte der Betriebe teilnehmen. Einige Lebensmitteleinzelhändler haben deshalb den Beitrag von 4 auf 6 Cent pro Kilo Fleisch erhöht. Nicht so Edeka.

Edeka: 'Landwirte bremsen Tierwohl aus'

"Wir sind bereit, über eine Mehrzahlung des Handels zu diskutieren, wenn die vertraglich vereinbarte Erfolgsmessung der Maßnahmen vorliegt. Bislang bremsen Landwirtschaft und Schlachtunternehmen eine neutrale Überprüfung des Tierwohls aus", erklärt Edeka in einer Pressemitteilung. Vertraglich sei für 2015 ein sogenannter Tierwohlindex vereinbart gewesen, so die Kritik, welcher auf Basis konkreter Befunddaten Hinweise auf das Wohlbefinden der Tiere geben sollte. Inzwischen wurde dieser auf das zweite Halbjahr 2016 vertagt.

ISN: 'Schluss mit Ausreden'

"Eine abenteuerliche Argumentation von der Edeka", findet ISN-Geschäftsführer Torsten Staack . "Bundesweit laufen an verschiedensten wissenschaftlichen Einrichtungen ca. ein Dutzend Forschungsprojekte zum Thema Befunddaten und Tierwohlindikatoren." Auch Edeka  engagiere sich in dieser Sache. Edeka ist im führenden Lenkungsgremium des Tierschutzplanes Niedersachsen vertreten. Hier versuche man bereits seit 2011 belastbare Tierschutzindikatoren zu finden, bislang konnten die Beratungen dort aufgrund der komplexen Themenlage aber längst noch nicht abgeschlossen werden.

Deshalb fordert die Staack "Schluss mit den Ausreden. Lassen Sie Ihrer Bereitschaft, Mehrzahlungen in Betracht zu ziehen, nun auch konkrete Taten folgen. Reden Sie nicht nur von Nachhaltigkeit, handeln Sie auch danach gegenüber ihren Lieferanten."

 

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