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Geflügel

EFSA: Keine Bedenken gegen Säuren zur Geflügeldesinfektion

von , am
16.04.2014

Parma - Die Verringerung von Krankheitskeimen auf Geflügelschlachtkörpern mittels einer Mischung bestimmter organischer Säuren wirft nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine grundsätzlichen Bedenken auf.

Bislang dürfen die geschlachteten Tiere in der EU nur mit Trinkwasser gesäubert werden. © Mühlhausen/landpixel
Das geht aus einem aktuellen Gutachten der Behörde hervor, in dem sie einen Zulassungsantrag bewertet, der vom US-Landwirtschaftsministerium eingereicht wurde. Dabei geht es um eine wässrige Lösung, die als antimikrobiellen Wirkstoff Peroxyessigsäure enthält - ergänzt um Essigsäure, Wasserstoffperoxid, die Phosphonsäure HEDP als Stabilisator sowie teilweise Oktansäure.
 
Die EFSA sieht keine Gesundheitsbedenken hinsichtlich eventueller Rückstände - vor allem weil sich die aktiven Substanzen nach der Anwendung äußerst schnell in harmlose Stoffe wie Essigsäure oder Wasser zersetzen.

Negative Effekte ausschließen

Für den Stabilisator HEDP werden laut EFSA auch in hochkonzentrierten Lösungen ausreichende Sicherheitsmargen eingehalten. Allerdings will die Behörde für diesen Stoff nicht von vorneherein negative Effekte auf die Umwelt ausschließen. Deshalb sollten die Abwassersysteme eines betroffenen Geflügelschlachthofs über ein geeignetes Kontrollsystem verfügen. Die Europäische Kommission muss jetzt aufgrund der Rückmeldung der EFSA entscheiden, ob sie den Mitgliedstaaten die Nutzung von Peroxyessigsäure zur Desinfektion von Geflügelschlachtkörpern vorschlägt.

Handelsgespräche zwischen EU und USA

Von der Maßnahme würden zunächst vor allem US-Exporteure profitieren, die derzeit aufgrund der EU-Hygienebestimmungen nicht nach Europa liefern dürfen. Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche über ein Transatlantisches Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) wäre dies ein deutliches Signal guten Willens in Richtung Washington.
 
Die EU erlaubt seit gut einem Jahr die Behandlung von Rinderschlachtkörpern mit Milchsäure - auch dies ist ein Zugeständnis an die US-Regierung. Bislang vehement abgelehnt wird hingegen die in den Vereinigten Staaten erlaubte Fleischdesinfektion mit chlorhaltigen Substanzen.
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