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Geflügel

Eierproduzenten füttern wieder gv-Soja

von , am
24.02.2014

Berlin - Neben einigen Geflügelmästern wollen nun auch Legehennenhalter den ausschließlichen Einsatz von gvo-freiem Futtermittel nicht mehr garantieren.

Insgesamt 78 Menschen erkrankten nach dem Verzehr eierhaltiger Speisen von Bayern-Ei. © www.aboutpixel.de
Vergangene Woche hatte bereits der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) angekündigt, dass einige Geflügelmäster wieder gentechnisch verändertes Soja verfüttern wollen, weil es es zu wenig gentechnikfreie Bohnen und zu viele Verunreinigungsfälle gebe. Dem hatte der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) umgehend und nachdrücklich widersprochen und darauf hingewiesen, dass Analysten von einem steigenden Anbau und Angebot von gentechnikfreiem Sojaschrot aus Brasilien in 2014 ausgingen.

Mehr Planungssicherheit ohne GVO-Garantie

Nun stößt der Bundesverband Deutsches Ei (BDE), der ebenfalls im Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) organisiert ist, ins gleiche Horn wie der ZDG. Am vergangenen Freitag (21.2.) in Berlin meldete er, dass das Futtermittel-Monitoring einen fortlaufenden Anstieg der Beimengungen des Mischfutters mit GVO, mit teils deutlicher Überschreitung des zulässigen GVO-Toleranzwertes aufweise. "Das bringt uns zu der Auffassung, dass nur ein Verzicht auf die GVO-Freiheit Rechts- und Planungssicherheit für die Betriebe bringt", sagte der BDE-Vorsitzende Günter Scheper.
 
Er verwies darauf, dass in Deutschland keine Rechtssicherheit gemäß der EU-Verordnung 1829/2003 bestehe. Diese gebe vor, dass Futtermittel nur als GVO-frei beurteilt werden könnten, wenn sie weniger als 0,9 Prozent (%) an gentechnisch veränderten Beimengungen enthielten. Diese Beimengungen dürften aber nur "zufällig" und müssten "technisch unvermeidbar" sein. Die Produzenten von Legehennenfutter und damit auch die Legehennenhalter seien demzufolge futtermittelrechtlich angreifbar.

BDE: 'Breite Teile der Eiererzeuger müssen konventionelles Soja verwenden'

Breite Teile der Eiererzeuger teilten nach Ansicht des BDE diese Einschätzung und müssten deshalb künftig statt GVO-freiem wieder konventionelles Soja als Bestandteil des Futters verwenden. "Wenn wir GVO-Freiheit garantieren wollen, diese aber nicht mehr einhalten können, da uns GVO-freies Soja in ausreichender Reinheit eben nicht mehr zur Verfügung steht, dann müssen wir dieser Tatsache Rechnung tragen. Alles andere wäre bewusste Täuschung von Handel und Verbrauchern. Das ist nicht im Sinne der deutschen Eierwirtschaft", meint Scheper. 
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