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Geflügel

Eierskandal: Genossenschaft gibt Betrug zu

von , am
02.07.2010

Wien/München - Der verdächtige steirische Betrieb hat sich in einer schriftlichen Stellungnahme entschuldigt und den Betrug zugegeben. Der Betrieb hat ungestempelte Eier eingeführt und im LEH abgesetzt.

© Philip Lange/Fotolia

Erklärt wurde dies damit, dass die Marktsituation in den absatzstarken Winter- und Frühjahrsmonaten dazu geführt hätte, dass die Produktion der eigenen Landwirte nicht ausreichend gewesen sei.

Die eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Abnehmern hätte den Betrieb verleitet, zusätzlich Ware einfließen zu lassen. Da nicht auf dem österreichischen Markt verfügbar, habe man sie aus dem benachbarten Ausland zugekauft. Dabei handelte es sich um die Ladung mehrerer Lkw. Mit entsprechenden Maßnahmen will man ab sofort alle Warenströme dokumentieren und auch keine Fremdeier mehr importieren und untermischen.

Betrieb soll wieder ins Laufen gebracht werden

Ziel sei es, den Betrieb wieder ins Laufen zu bringen, das Vertrauen zurück zu gewinnen, sodass die 35 eierproduzierenden Bauern keinen Schaden erleiden, heißt es in der Firmenmitteilung. Derweil gab es heftige Angriffe von Seiten der staatlichen AMA Marketing GmbH, an deren "Gütesiegel"-Programm der Eierbetrieb teilnimmt. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass der Geschäftsführer des Eierbetriebes bewussten Betrug begangen und in krimineller Absicht gehandelt hätte.

Kripo wertet Unterlagen derzeit aus

Derweil gehen die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Steiermark weiter. Nach Informationen vom dlz agrarmagazin (Österreich) wurde im Betrieb Seitens der Kontrollstellen ein Umfang von 1,3 Millionen falschen "AT-Eiern" festgestellt. Da die Kripo aber viele Unterlagen beschlagnahmt hat und diese noch auswertet, könnte das wahre Ausmaß der Falschdeklarationen weit höher sein. Man spricht von vier bis sechs Millionen Eiern.

Verstoß von bis zu acht Millionen falsch deklarierten Eiern befürchtet

Im österreichischen Landwirtschaftsministerium (BMLFUW), dieses ist an sich für die Einhaltung und Überwachung der Qualitätsklassen und Vermarktungsnormen zuständig, befürchtet man gar ein Schadensausmaß von bis zu acht Millionen falsch deklarierten Eiern. (dlz agrarmagazin)

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