Login
Geflügel

Eierwirtschaft setzt auf verbesserte Rückverfolgbarkeit

von , am
26.05.2010

Berlin - Nach der Vergiftung ökologisch erzeugter Eier mit Dioxin über die Futtermittelkette hat einer der Betroffenen, der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), strengere Importregeln angekündigt.

© Maxx/Fotolia

"Wir wollen eine chargenbezogene Rückverfolgbarkeit auch bei Drittlandslieferungen aufbauen", kündigte KAT-Geschäftsführer Caspar von der Crone nach einem Treffen mit Herstellern von Biomischfuttermitteln an. Er sprach von einem erfolgreichen Treffen. Man sei sich einig, "dass etwas getan werden muss".

Noch sehr viele Lücken sieht von der Crone momentan bei der Rückverfolgbarkeit von Futtermitteln, die aus Drittländern nach Deutschland gelangen. Die Problemlieferung war aus der Ukraine über die Niederlande an deutsche Legehennenbetriebe gelangt. Dies brachte zahlreiche Ökoeier-Anbieter in massive Bedrängnis. Beispielsweise führt der Discounter Lidl nach wie vor überhaupt keine Bioeier mehr im Sortiment, wie eine Firmensprecherin bekräftigte.

Entspannung im Handel erwartet

KAT-Geschäftsführer von der Crone erwartet allerdings, dass sich die Lage im Handel nach Pfingsten entspannt. In Niedersachsen war am vergangenen Freitag nur noch ein Legehennenbetrieb wegen Höchstwertüberschreitungen in Eiern amtlich gesperrt. Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover allerdings mitteilte, hinterlassen neuen Ergebnissen zufolge die mit Dioxin belasteten Futtermittel auch Spuren in den Tieren.

Ein Legehennenbetrieb wegen Giftbelastung gesperrt  

Wie Untersuchungen an Legehennen und Mastputen zeigten, könne der Fettanteil der Tierkörper einen Dioxingehalt oberhalb des festgelegten Höchstwertes aufweisen. In Niedersachsen sei aufgrund dieser Erkenntnis veranlasst worden, dass die betroffenen Bestände erst geschlachtet werden dürfen, wenn Untersuchungsergebnisse vorliegen, die keine Belastung oberhalb der Höchstmenge aufweisen. Derzeit seien 15 Legehennenbetriebe und vier Putenmastbetriebe betroffen. Untersuchungen auf Dioxin sind ausgesprochen kostspielig. Die Belastungen für die Betriebe liegen damit auf mehreren Ebenen.

Kiew bestreitet Lieferungen von Dioxinmais

Unterdessen bestreitet man in der Ukraine weiterhin, für die Dioxinbelastungen der deutschen Betriebe verantwortlich zu sein. Dabei beruft sich das Landwirtschaftsministerium in Kiew auf Proben von Futtermaispartien, die in der Schwarzmeerprovinz Cherson gezogen wurden. Nach hiesigem Stand der Dinge wurden aber die für die Dioxinkontamination verantwortlich gemachten Futtermittel zumeist schon Ende vergangenen beziehungsweise Anfang dieses Jahres geliefert. Laut Erkenntnissen des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurde kontaminierter Mais in einer Menge von gut 1.000 Tonnen aus der Ukraine über die Niederlande an drei Futtermittelanbieter in Deutschland geliefert.

Keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher

Aus Holland sollen zudem 3.200 Tonnen Mischfuttermittel an zwölf Betriebe in Niedersachsen und einen Betrieb in Sachsen-Anhalt sowie einen Betrieb in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sein. Untersuchungen des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) hatten ergeben, dass die gemessenen Dioxinwerte keine akute Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bedeuteten. Das BfR hatte betont, dass beim Verzehr der belasteten Eier über einen kurzen Zeitraum keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten seien. (AgE)

Auch interessant