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Geflügelpest

Entstehung, Infektion, Maßnahmen: Fakten zur Vogelgrippe

Toter Vogel und Vogelgrippe-Schild
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Julia Eder, agrarheute
am
28.12.2016

Wie entstand die Vogelgrippe? Wie infizieren sich die Vögel? Und was ist zu tun? Die wichtigsten Antworten zum H5N8-Erreger und zur Geflügelpest.

Wie entstand die Vogelgrippe?

Verursacher der echten Grippe sind drei Virustypen: Influenza A, B und C. Vogelgrippeviren gehören zum Typ A. Besonders gefährlich an Typ A ist, dass er seine Virushülle so verändern kann, dass das körperliche Abwehrsystem die Virusvariante bei der nächsten Grippewelle nicht wiedererkennt. Vom Typ A gibt es über 100, meist harmlose Subtypen, die vor allem bei Vögeln und Wassergeflügel vorkommen. Einige Subtypen sind allerdings extrem aggressiv. So entstehen immer wieder gefährliche Epidemien.

Der H5N8-Erreger wurde nach Informationen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle (ECDC) von Krankheiten seit 2010 immer wieder bei Wildvögeln in Asien festgestellt, wo er mehrere Virusausbrüche in Geflügelställen verursachte. Der erste Fall von Influenza A mit H5N8 wurde bei domestizierten Enten in China festgestellt.

Das United Nations Environment Programme/Convention on Migratory Species (UNEP/CMS) und die Food and Agriculture Organization (FAO) stellen in einem Statement von Dezember 2016 klar, dass die Ursache für den aktuellen Virusausbruch unklar bleibt, da es verschiedene, widersprüchliche Beweise gibt. Jedoch sei die Verbreitung des Virus durch Geflügelproduktion und -handel signifikant hoch.

Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregersüber infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich. 

Wie infizieren sich Vögel mit der Vogelgrippe?

Bei Vögeln besiedeln die Influenza A-Viren neben den Lungen vor allem den Darm. So werden sie ausgeschieden und durch Wasser, Aerosole, verunreinigte Gerätschaften, Vogeldung oder direkten Kontakt auf andere Tiere oder (bei manchen Subtypen wie H1N1) den Menschen übertragen.

Der Kot der Wildvögel kontaminiert Landflächen und Gewässer. Ein direkter oder indirekter Eintrag über kontaminiertes Material (Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände) ist für die bisher betroffenen Betriebe die wahrscheinlichste Infektionsquelle.

Darüber hinaus können tote Wasservögel von Prädatoren (Säugetiere wie Fuchs und Marder, aber auch Greifvögel und Krähen) geöffnet und Körperteile oder Innereien, die hohe Viruslasten tragen, verschleppt werden, so dass mit einer beträchtlichen Umweltkontamination gerechnet werden muss.

Welche Vögel sind von der Vogelgrippe betroffen?

Bisher sind 35 verschiedene Vogelarten betroffen, darunter Arten aus den Vogelgruppen Tauchenten, Taucher, Möwen, Schwäne, vereinzelt Gründelenten (Stockente), Gänse, Greifvögel und auch aasfressende Singvogelarten (z.B. Krähen).

Außerdem wurde der Erreger bei Masttieren bestätigt. Seit dem Ausbruch der H5N8-Epidemie in Deutschland wurde der Erreger in mehr als zehn Geflügelhaltungen und mehreren Zoos eingetragen. Fast alle Haltungen befinden sich in Gebieten, in denen vermehrt tote Wasservögel gefunden wurden, bei denen in vielen Fällen H5N8 nachweisbar war.

Was ist zu tun gegen die Vogelgrippe?

Durch die Stallpflicht für Nutzgeflügel und die auferlegten Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen in vielen Regionen getroffen. Diese gilt es strikt einzuhalten.

Berücksichtigt werden müssen vor allem auch indirekte Eintragungswege, beispielsweise über durch Wildvögel verunreinigtes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge usw.). Diese sind zu unterbinden und geeignete Desinfektionsmaßnahmen vorzusehen.

Mit Material von Friedrich-Löffler-Institut, BfR, MVZ-Labor Limbach
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