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Niedersachen

Erneut verbotenes Biozid in Einstreu: Schon beim Einkauf aufpassen

am
19.07.2019
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In Einstreu für die Mastgeflügelhaltung wurde ein nicht zugelassenes Biozid nachgewiesen. Nun sind auch Betriebe in Nordrhein-Westfalen betroffen.

Update: Auch zwei Geflügelmastbetriebe in Nordrhein-Westfalen wurden von einem niederländischen Unternehmen mit dem in Deutschland nicht zugelassenen Biozid „Dutrirock Bedding Powder“ beliefert. Beide Betriebe in NRW wurden kurzfristig gesperrt. Da das Amt für Risikobewertung und Forschung in den Niederlanden keine Risiken für die Lebensmittelsicherheit und die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern sieht, können die Masthähnchen wie vorgesehen zur Schlachtung in die Niederlande verbracht werden. Die Verbringung wird von der zuständigen Behörde in Nordrhein-Westfalen überwacht.

Das Verbraucherschutzministerium hat zudem die zuständige Veterinärbehörde in NRW angewiesen, ab sofort bei den Schlachtgeflügelunternehmen verstärkt auf den Einsatz nicht zugelassener Biozide zu kontrollieren.

17. Juli 2019: Nicht zugelassenes Biozid in Niedersachsen nachgewiesen

Mitte Juli wurde das nicht zugelassene Biozid „Dutrirock Bedding Powder“ in Niedersachsen in der Mastgeflügelhaltung nachgewiesen. Darauf weist das Niedersächsische Verbraucherministerium hin. Das Produkt wird gegen Salmonellen-Infektionen in die Einstreu gemischt. Das Biozid tauchte zunächst in den Niederlanden auf. Im Zuge der Ermittlungen stellte die Behörde dort fest, dass das aus China stammende Mittel auch in andere deutsche Bundesländer geliefert wurde. In Niedersachsen wurde das Produkt über eine Brüterei an einen Hähnchen-Mastbetrieb abgegeben. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

Um rechtliche Konsequenzen zu verhindern, sollte daher bereits beim Einkauf von Einstreu darauf geachtet werden, dass nur zugelassene Mittel verwendet werden. Dies sollte vom Lieferanten quittiert werden. 

Keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit

Das Amt für Risikobewertung und Forschung (BuRO) in den Niederlanden ist der Auffassung, dass kein Risiko für die Lebensmittelsicherheit beziehungsweise für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht. Diese Bewertung gründet auf Gutachten, die die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) 2007 und 2015 zu Hähnchenschlachtkörpern erstellt hat, die direkt mit den Wirkstoffen und ihren Metaboliten behandelt wurden. Die zuständige Behörde in den Niederlanden gelangte daher zu dem Schluss, dass es keinen Grund gibt, Geflügelfleisch von Masthühnern aus diesen Betrieben vom Markt zu nehmen oder zurückzurufen. Diese Auffassung wird seitens des niedersächsischen Fachministeriums geteilt.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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