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Geflügel

Erste Konsequenzen im steirischen Eierskandal

von , am
05.07.2010

Wien/München - Der Etikettenschwindel bei Frischeiern in der Ost-Steiermark, Österreich, zeigt erste Konsequenzen. Der Obmann ist zurückgetreten, der Geschäftsführer wurde beurlaubt.

© Detlef Gwinner/Fotolia

Im aktuellen österreichischen Eierskandal wurden aus, beziehungsweise über Ungarn EU-Eier eingeführt und von einem genossenschaftlichen Betrieb in der Steiermark als österreichische Frischeier verkauft.

Das für das Tagesgeschäft abgestellte Vorstandmitglied ist derzeit dabei, sich in die Unterlagen einzulesen. Dessen vordringlichstes Ziel ist es, die aktuellen Sperren der einzelnen Siegel-Vertragspartner durch geeignete Maßnahmen wieder aufheben zu können.

Betrieb versucht Neustart

Der betroffene Betrieb, der letzten Freitag die prinzipielle Schuld der Eier-Falschdeklaration bereits reumütig eingestanden hatte, versucht Vertrauen für die Zukunft aufzubauen. Die 35 Landwirte versuchen durch Neuordnung der Zuständigkeiten das Ruder wieder herum zu reißen. Doch parallel dazu müssen vor allem die Altlasten aufgearbeitet werden. Diesbezüglich konnte von der KAN, der österreichischen Kontrollstelle für artgerechte Nutztierhaltung ( Partnerorganisation der deutschen KAT) auf Grund der im Betrieb aufliegenden Unterlagen nach Recherchen der Österreich-Ausgabe vom dlz agrarmagazin ein vorläufiges Mindest-Schadensausmaß von 1,3 Millionen Eiern ausgemacht werden.

Da der Großteil der Buchhaltung aber vom LKA Steiermark beschlagnahmt worden ist und derzeit ausgewertet wird, dürfte sich die Höhe der "umdeklarierten" EU-Eier noch erhöhen. Man sprach zuletzt von einem Schadensausmaß im Ausmaß von rund vier Millionen Eiern. Einzelne Befürchtigen gehen in Richtung von bis zu acht Millionen Eiern.

Kontrollen müssen hinterfragt werden

Zu klären wird auch sein, warum vor allem die staatliche AMA Marketing GmbH als Vertragspartner beim bekannten "Gütesiegel" die Kalamitäten trotz einzelner direkter als auch beauftragter Kontrollen bisher nicht wirklich aufdecken konnte. Erst ein IFS-Auditing, die Absage einer KAN-Vor-Ort-Kontrolle sowie offenbar Meldungen einzelner Betriebsangehöriger über horrible Unstimmigkeiten an die Behörden brachten den Skandal ans Tageslicht. Bis zum endgültigen Beweis der schuldhaften Manipulationen besteht naturgemäß die Unschuldsvermutung, die Kriminalpolizei ermittelt weiter. (dlz agrarmagazin/sp)

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