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Geflügel

EU-Geflügelfleischexport zum Jahresauftakt kräftig gestiegen

von , am
17.05.2011

Brüssel - Aus der EU wurden im Januar und Februar 2011 insgesamt fast 202.000 Tonnen Geflügelfleisch in Schlachtgewichtäquivalenten in Drittländer geliefert.

Die Verbraucher fragen Enten und Gänse für den Weihnachtsbraten nach. © Mühlhausen/landpixel
Gegenüber  der Menge der gleichen Vorjahresperiode bedeutet das eine Zunahme um 60.000 Tonnen oder 42,4 Prozent, wie aktuelle Zahlen der Europäischen Kommission zeigen. Dem Wert nach stiegen die Ausfuhren um 41 Prozent auf 257 Millionen Euro. Im Jahr 2010 waren von der EU-27 gut 1,26 Millionen Tonnen Geflügelfleisch ausgeführt worden, im Jahr davor erstmals mehr als eine Million Tonnen. Im Unterschied zu den Ausfuhren sind die Geflügelfleischimporte der EU-27 in den vergangenen Jahren gesunken, 2010 auf 803.000 Tonnen. Im Berichtszeitraum entsprach die Einfuhrmenge mit 131.200 Tonnen dem Vorjahresniveau. Der Importwert legte aber um neun Prozent auf rund 336 Millionen Euro zu.
 
Der Negativsaldo bei Geflügelfleisch hat Tradition, denn während die EU im Export vor allem die preiswerteren Schenkel und Flügel absetzt, bezieht sie aus Drittstaaten verstärkt das bei Hähnchen wie auch Puten den Wert bestimmende Brustfilet. Deutliche Verschiebungen gab es zum Jahresbeginn bei den Beziehern von Geflügelfleisch aus der EU: Russland, bislang mit Abstand größter Nachfrager, drosselte in den ersten beiden Monaten den Bezug im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf 11.600 Tonnen und landete auf den fünften Rang. Führender Abnehmer war Hongkong, das den Einkauf um 87 Prozent auf fast 32.900 Tonnen steigerte. Es folgte entsprechend der Importmenge Saudi-Arabien mit 21.900 Tonnen, Benin mit 16.500 Tonnen und die Ukraine mit 11.900 Tonnen.
 

Bezüge aus Brasilien weiter gesunken

Maßgeblich beim Geflügelfleischimport der Europäischen Union ist Brasilien, das für rund 70 Prozent des gesamten betreffenden Einfuhrangebots in der Gemeinschaft steht. Das südamerikanische Land lieferte in der zweimonatigen Berichtsperiode insgesamt 91.400 Tonnen Geflügelfleisch in EU-Mitgliedstaaten, was einer Abnahme um 3.000 Tonnen oder gut 3 Prozent entsprach.
 
Im vergangenen Kalenderjahr hatten die Geflügelfleischbezüge der Gemeinschaft aus Brasilien bereits deutlich abgenommen, nämlich um fast 78.000 Tonnen oder zwölf Prozent auf 581.400 Tonnen. Berichte aus Brasilien zufolge erwägt das Land eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen EU-Einfuhrbestimmungen für Geflügel. Klar benachteiligt fühlt sich die brasilianische Geflügelwirtschaft durch die Regelung, wonach aufgetautes Fleisch in der Gemeinschaft nicht mehr als Frischware verkauft werden darf, denn für den Überseetransport wird das Fleisch üblicherweise eingefroren. Im Unterschied zu Brasilien konnte Thailand zu letzt mehr Geflügel in der EU absetzen.
 
Nachdem die Lieferungen des asiatischen Königreichs 2010 bereits um sechs Prozent auf 149.700 Tonnen gestiegen waren, erhöhten sie sich in der Berichtsperiode um zwölf Prozent auf 27.200 Tonnen.Auf dem dritten Rang folgt Chile, das im Januar und Februar zusammen etwa 6.700 Tonnen Geflügelfleisch in die EU lieferte.

Deutlich mehr Eier nach Japan

Auch die Ausfuhren von Eiern und Eiprodukten konnte die Europäische Union zu Jahresbeginn kräftig steigern. Gemäß den Kommissionsangaben wurden - ausgedrückt in Eiäquivalenten - von der Gemeinschaft im Januar und Februar 2011 insgesamt gut 32.800 Tonnen an Eiern und Eiprodukten in Drittstaaten abgesetzt, was gemessen an der Menge der Vorjahresperiode eine Zunahme um 12.000 Tonnen  beziehungsweise 57,7 Prozent bedeutete. Größter Drittlandsmarkt blieb hier Japan, das seine Bezüge um ein Fünftel auf 7.950 Tonnen steigerte. Im Jahr 2010 hatte der asiatische Inselstaat die betreffenden Einfuhren aus der EU um zwölf Prozent auf 52.900 Tonnen gesteigert, nachdem sie im Krisenjahr 2009 um ein Viertel zurückgefahren worden waren. Rückläufig entwickelten sich zuletzt die EU-Lieferungen an Eiern und Eiprodukten in die Schweiz. Sie nahmen in der Berichtsperiode um drei Prozent auf etwa 7.460 Tonnen ab. 

Ei- und Eiproduktimporte aus EU stark rückläufig

Auffallend waren die sehr hohen Zuwächse bei den Exporten nach Angola, die Vereinigten Arabischen Emirate und Taiwan, die etwa 3.300 Tonnen sowie 1.500 Tonnen und 1.300 Tonnen an Eiern und Eiprodukten aus den EU-Mitgliedstaaten bezogen. Nach Russland, das 2006 insgesamt noch fast 15.000 Tonnen Eier und Eiprodukte aus der Gemeinschaft importiert hatte, wurden im Berichtszeitraum nur noch 429 Tonnen geliefert.
 
Stark abgenommen haben zuletzt auch die Ei- und Eiproduktimporte der EU, nämlich um etwa 3.800 Tonnen oder 55,4 Prozent auf 3.060 Tonnen. Dabei nahmen die Lieferungen aus den USA um fast zwei Drittel auf rund 1.300 Tonnen ab. Im Jahr 2010 hatten die 27 Mitgliedstaaten den Bezug von Eiern und Eiprodukten aus Drittländern um drei Prozent auf knapp 31.400 Tonnen gesteigert.
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