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Geflügel

EU-Kommission senkt Exporterstattungen bei Geflügel

von , am
22.10.2012

Brüssel - Die EU-Kommission hat am Donnerstag im zuständigen Verwaltungsausschuss in Brüssel beschlossen, die Ausfuhrerstattungen für bestimmte Geflügelprodukte um ein Drittel zu senken.

Am vergangenen Sonntag starb in China erstmals seit Wochen wieder ein Mensch an H7N9. © Domaris / pixelio.de
Konkret werden seit Freitag die Erstattungen für Fleisch von gefrorenem, unzerteiltem Hausgeflügel von 32,50 auf 21,70 Euro je 100 Kilo gesenkt, das entspricht einem Minus von 10,80 Euro. Diese verringerten Erstattungen werden auch nur mehr für EU-Lieferungen in bestimmte Zielländer gewährt.
 
Es sind dies die GUS-Staaten (Ukraine, Belarus, Moldau, Russland, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan) sowie Angola, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrein, Katar, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Jordanien, Jemen, Libanon, Irak und der Iran.

Aktuelle Marktentwicklung erübrigt Exporterstattungen

Für lebendes Hausgeflügel und verschiedene Schlachtnebenprodukte wurden die Erstattungen bereits auf Null gestellt. Die Kommission begründet die jüngste Senkung der Exporterstattungen mit der aktuellen Marktentwicklung in der EU. Die Erzeugerpreise für Masthühner seien heuer spürbar gestiegen, sie würden derzeit um 9,6 Prozent (%) über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen, argumentiert die Brüsseler Behörde.

Nur noch wenige Eiererzeugnisse werden erstattet

Wie berichtet, hat die Kommission vor einem Monat auch die Ausfuhrerstattungen für alle Produkte des Sektors Rindfleisch (lebende Zuchtrinder und Rindfleischprodukte) auf Null gesetzt. Auch für Schweinefleisch(produkte) werden sie seit April nicht mehr gewährt. Damit können solche Erstattungen neben den genannten Geflügelprodukten nur mehr für einige wenige Eierzeugnisse in Anspruch genommen werden.

Ausfuhrhilfen gingen in den vergangenen Jahren stetig zurück

Die Ausfuhrhilfen der EU für Agrarprodukte sind bereits in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. 2011 wurden aus dem EU-Agrarhaushalt nur noch knapp 180 Millionen Euro, das sind 0,4 % der Gesamtausgaben, für Exporterstattungen ausgegeben. Zum Vergleich: 2006 waren es noch 2,5 Milliarden Euro, 2009 knapp 1 Milliarde Euro und im Jahr 2010 385 Millionen Euro.
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