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Bilanz 2015

EU-Milcherzeugerpreis lag zwischen 31 und 31,5 Cent

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Anke Fritz, agrarheute
am
12.01.2016

Die Erzeugerpreise für Milch lagen in Europa im Jahr 2015 im Schnitt zwischen 31 und 31,5 Cent. Das entspricht einem Minus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der niederländische Bauernverband (LTO) hat für Dezember 2015 von einigen Molkereien bereits Preismeldungen vorliegen und nunmehr eine Schätzung des EU-Erzeugerpreises für das Gesamtjahr 2015 vorgenommen. Dieser dürfte sich im Schnitt zwischen 31 und 31,5 Cent bewegt haben, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus von rund 20 % entspricht.

Die Hälfte der in diesem Vergleich berücksichtigten Molkereien reduzierte ihre Auszahlung im Jahresmittel um rund 15 %, andere Verarbeiter senkten sie sogar um bis zu 25 %. Die LTO weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die endgültigen Preise für 2015 noch etwas höher liegen können, weil mögliche Nachzahlungen einzelner Molkereien noch nicht berücksichtigt wurden.

Milcherzeugerpreis im November: 29,74 Cent

Auch der November bestätigt die rückläufigen EU-Erzeugermilchpreise. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 29,74 Cent netto je kg Rohmilch, das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Minus von 0,26 Cent. Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich ein Rückgang von 4,7 Cent beziehungsweise knapp 14 %.

Erzeugermilchpreis: Unterschied von mehr als 14 Cent in der EU

Die Entwicklung der Erzeugerpreise verlief im November in der EU unterschiedlich:

  • Deutschland/Niederlande: Erhöhung der Auszahlung von  0,7 bis 1 Cent je kg
  • Frankreich: Absenkung zwischen 0,8 bis 2 Cent
  • Irland: In Glanbia wurde mit 23,99 Cent der niedrigste Preis bezahlt
  • Italien: In Granarole wurde der höchste Milchpreis mit  38,29 Cent erhoben

Milchanlieferungen steigen in der EU

Die LTO-Experten erinnern daran, dass die Milchanlieferung in den vergangenen Monaten in mehreren EU-Ländern spürbar zugenommen hat. Außerhalb der Union ist die Situation umgekehrt:

  • in Neuseeland liegt die Produktion in der neuen Saison deutlich unter dem Vorjahresniveau und
  • in den USA wird von einer Abschwächung des Wachstums berichtet.

Die Zurückhaltung der Käufer auf dem globalen Milchmarkt sorge dafür, dass das reichliche Angebot nicht zur Gänze aufgenommen werden kann. Für die kommenden Monate zeichne sich daher ein Anstieg der privaten und öffentlichen Lagerbestände (vor allem bei Milchpulver) ab.

So wird der Erzeugermilchpreis erhoben

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

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