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Eiererzeugung

Nach Fipronil: Noch immer zu wenig heimische Eier am Markt

Eier in Paletten
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Sabine Leopold , agrarheute
am
12.03.2018

Kurz vor dem Osterfest sind deutsche Eier noch immer knapp am Markt. Das meldet der Verband der niedersächsischen Geflügelwirtschaft. Grund sind die Auswirkungen des Fipronil-Skandals.

„Freiland- und Bodenhaltungseier aus Deutschland sind eigentlich nicht zu bekommen“, äußerte sich Dieter Oltmann vom Verband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft gegenüber dem Landvolk Niedersachsen.

Grund dafür sei noch immer der Fipronil-Skandal aus dem Sommer 2017, infolge dessen zahlreiche Ställe leergefahren werden mussten. Das hatte bereits in den vergangenen Monaten zu einer Eierverknappung und -verteuerung gesorgt.

Im Einzelhandel ist davon aufgrund von Jahrenskontrakten zwar kaum etwas zu spüren, auf dem Spotmarkt dagegen liegen die Preise seit Monaten sehr hoch. Das anstehende Osterfest sorgt nun noch einmal für einen Preisanstieg.

Verarbeitete Eier kommen oft aus Käfighaltung in Osteuropa

Vor allem die Verarbeitungsindustrie kaufe allerdings nach wie vor stark aus Osteuropa zu. "Polen, Litauen oder die Ukraine liefern Käfigeier nach Deutschland“, erläutert Oltmann die Situation. Ohne eine verpflichtende Kennzeichnung der Eierherkunft auf verarbeiteten Produkten bleibe das dem Verbraucher allerdings weitgehend unbekannt, kritisiert das Landvolk Niedersachen.

„Die Kosten für die Eierproduktion sind viel höher, dafür leben die Tiere hier auch unter viel besseren Bedingungen, das muss am Markt honoriert werden“, so Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr. Er sei sicher, dass Kunden, die über die Herkunft verarbeiteter Eier informiert würden, sich häufiger für heimische Produkte entscheiden würden.

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