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Eier-Skandal

Fipronilskandal: Kommission sieht Behördenversagen mit als Ursache

Eier in Paletten
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Jana Dahlke, agrarheute
am
26.06.2018

Nach Ansicht einer niederländischen Untersuchungskommission sind neben Geflügelzüchtern auch die Behörden mitverantwortlich gewesen.

Den Haag - Für die Affäre um die mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier sind nach Ansicht einer niederländischen Untersuchungskommission neben Geflügelzüchtern auch die Behörden mitverantwortlich gewesen. Eine unabhängige Kommission urteilte am Montag in Den Haag in ihrem vorgelegten Bericht, dass die Sicherheit von Nahrungsmitteln keine hohe Priorität gehabt habe.

Wirtschaftliche und finanzielle Interessen dürfen nie Vorrang haben vor der Nahrungsmittelsicherheit, sagte die frühere niederländische Justizministerin Winnie Sorgdrager.

Milliarden Eier vernichtet

Im vergangenen Jahr waren in mehreren Ländern Milliarden Eier vernichtet worden, da diese mit dem Insektizid Fipronil belastet waren. Die Eier waren aus den Niederlanden exportiert worden. Daraufhin wurden hunderte Betriebe gesperrt und 3,6 Millionen Hühner getötet. Insgesamt soll sich der Schaden um den Eierskandal auf rund 100 Mio. Euro belaufen.

Behörden wussten schon länger Bescheid

Die Geflügelzüchter hatten ihre Ställe mit einem Mittel gegen die Rote Vogelmilbe behandelt. Ein Unternehmen hatte dem Mittel Fipronil beigemischt, das nicht mit Lebensmittel in Kontakt kommen darf.

Nach Ansicht der Kommission hätte das plötzliche Auftauchen des Wundermittels gegen die Parasiten die Züchter alarmieren sollen. Auch die Kontrollbehörden hätten viel schneller reagieren müssen. Sie waren bereits im Herbst 2016 über den Einsatz von Fipronil informiert worden, hatten aber erst im Juli 2017 reagiert.

Mit Material von AgE
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