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Japan

Forscher in Japan darf Chimären züchten

Embryo einer Ratte
am Donnerstag, 01.08.2019 - 10:10 (Jetzt kommentieren)

In Japan beginnt ein Forscher mit der Züchtung eines Mischwesens aus Mensch- und Tierzellen. Langfristiges Ziel ist die Produktion von Ersatzorganen für kranke Menschen.

Ist das die Zukunft? Man nimmt einen Schweineembryo und pflanzt ihm menschliche Stammzellen ein mit dem Ziel, Organe für eine Transplantation zu züchten. Ein erster Schritt in diese Richtung ist gemacht. 

Der Japaner Hiromitu Nakauchi darf testen, ob es möglich ist, tierische Embryonen mit menschlichen Zellen zu züchten und auch auszutragen. Das japanische Bildungs- und Wissenschaftsministerium hat ein neues Gesetz erlassen, das es dem Wissenschaftler erlaubt, menschliche Stammzellen in Maus- und Rattenembryos zu setzen und länger als bis zum 14. Tag der Embryonalentwicklung heranwachsen zu lassen.

Schweine als Organspender

Schon heute erhalten Menschen biologische Herzklappen, die unter anderem von Schweinen stammen. In Zukunft könnte man die Gene der Schweine so verändern, dass ein Organ, zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse nicht mehr gebildet wird. Werden in solche Embryonen Stammzellen von Menschen eingeschleust, übernehmen diese menschlichen Zellen im Laufe die Entwicklung des fehlenden Organs. Sie bilden das lebenswichtige, Insulin produzierende Organ.

So wächst ein Schwein heran, dass eine menschliche Bauchspeicheldrüse hat - ein Chimäre. Die Bauchspeicheldrüse könnte entnommen und Diabetespatienten eingepflanzt werden. Hiromitu Nakauchi züchtete bereits erfolgreich in Mäusen eine Bauchspeicheldrüse, die fast ausschließlich aus Rattenzellen bestand. Sein Ziel ist es, Chimären zu züchten, bei denen einzelne Organe ausschließlich aus menschlichen Zellen bestehen.

Chimären und ethische Bedenken

Solche Experimente sind in Deutschland verboten. Spätestens dann, wenn menschliche (Stamm-)Zellen involviert sind. In Japan wird künftig ein Expertengremium des Wissenschaftsministeriums entscheiden, welche der Experimente tatsächlich durchgeführt werden dürfen.

Der Wissenschaftler selbst kündigte an, zunächst chimäre Maus-Mensch-Embryonen nur etwa 14 Tage lang heranwachsen zu lassen. Sollte das problemlos möglich sein, will Hiromitu Nakauchi chimäre Embryonen bis zu 70 Tage in Schweinen züchten.

Ethische Bedenken habe er selbst nicht. Zum Tagesspiegel sagte er vor einiger Zeit, dass solche Experimente nützlich sein könnten, zum Beispiel für Organersatztherapien.

 

Mit Material von Tagesspiegel, DW

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