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Geflügel

Frankreich: Geflügelhalter drängen auf Beihilfen

von , am
26.09.2013

Paris - Die angespannte wirtschaftliche Lage der französischen Tierhalter, insbesondere der Geflügelmäster, ist auf der Tiermesse Space in Rennes das beherrschende Thema gewesen.

Der Geflügelsektor werde 2014 von sinkenden Futterkosten profitieren. © Mühlhausen/landpixel
Beim Besuch von Premierminister Jean-Marc Ayrault machte der Berufsstand seinem Ärger Luft, während dieser mit einem Aktionsplan versuchte, die Wogen zu glätten. Ayrault bekräftigte vor den Landwirten zudem die Absicht der Regierung, gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission, die Exporterstattungen für Geflügelfleisch abzuschaffen, zu klagen.
 
Im Rahmen des angekündigten Aktionsplans soll dem Regierungschef zufolge unter Berücksichtigung des EU-Rechts eine Notfallhilfe für Brutbetriebe und betroffene Erzeugerorganisationen eingerichtet werden. Zudem wollten die Staatliche Investitionsbank (BPI) und die Agrarbehörde FranceAgriMer Mittel mobilisieren, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schlachthöfe und der Weiterverarbeitungsindustrie zu stärken.

Aktionsplan vorgelegt

Ayrault ermunterte die Regionen dazu, Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung der ländlichen Entwicklung (ELER) zur Modernisierung von Stallanlagen zu nutzen. Der Premier betonte mit Blick auf die Schweinehalter außerdem, dass "der Staat niemanden im Stich lässt" und "alles zum Erhalt der Arbeitsplätze tun wird". Besondere Priorität misst die Regierung laut Ayrault dem Anliegen bei, für eine bessere Balance zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen zu sorgen. Der Regierungschef verwies in dem Zusammenhang auf die geplante Novellierung des Gesetzes zur Modernisierung der Wirtschaft Frankreichs.

Nun muss gehandelt werden

Der Präsident des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Xavier Beulin, bewertete das Engagement der Regierung als "gut". Nun müssten aber Handlungen folgen. Beulin bedauerte es allerdings, dass Ayrault sich nicht zur Umweltsteuer geäußert habe, während alle Organisationen die Aussetzung dieser Abgabe forderten.
 
Zu einer weitaus kritischeren Einschätzung kam der Präsident des Dachverbandes der Geflügelwirtschaft (FIA), Gilles Huttepain. Er forderte mit Blick auf die weltweite Konkurrenz im Geflügelexport - insbesondere aus Brasilien -, dass sich die französische Regierung in diesem "Wirtschaftskrieg nicht naiv" verhalten solle.

"Nationale Strategie" gefordert

Die heimische Geflügelbranche verfüge über „zahlreiche Vorteile“, so Huttepain. Er verlangte eine "nationale Strategie" zur Entwicklung der Branche mit Restrukturierungshilfen für die Unternehmen und für die Modernisierung der Ställe sowie eine Lockerung der gesetzlichen Auflagen. Der Präsident vom Dachverband der Geflügelwirtschaft (CFA), Michel Prugue, warnte, die Abschaffung der Exporterstattungen werde zu einem Erliegen der Ausfuhren führen. Die gesamte Geflügelbranche forderte auf der Space ein Programm zur Förderung von Stallbauten im Umfang von 100 Millionen Euro über sieben Jahre.
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