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Geflügel

Frankreich: Viele Eier, schlechte Preise

von , am
29.07.2013

Paris - In Frankreich schlägt der nationale Ausschuss für die Absatzförderung von Eiern Alarm: Die Erzeugerpreise sinken, am Eiermarkt herrscht Überversorgung und die Produktionskosten steigen.

Bayern-Ei darf derzeit keine Eier verkaufen. © Mühlhausen/landpixel
Über die derzeitige Lage am französischen Eiermarkt mit Überversorgung und sinkenden Erzeugerpreisen hat sich der nationale Ausschuss für die Absatzförderung von Eiern (CNPO) besorgt gezeigt. "Das Angebot liegt um mehr als fünf Prozent über dem Bedarf der Märkte", erklärte das Gremium in einer Presseverlautbarung.
 
Es wies darauf hin, dass diese Überversorgung nicht nur in Frankreich, sondern europaweit zu beobachten sei. Allerdings seien die Eierpreise zwar in ganz Europa zurückgegangen, lägen dort aber im Schnitt immer noch oberhalb des Niveaus am heimischen Markt.

Produktionskapazitäten steigen

Die Ursache für die schlechten Preise sieht der CNPO in dem sehr starken Anstieg der Produktionskapazitäten seit Jahresbeginn 2013, während 2012 noch von einer Unterproduktion aufgrund der Umstellung der Ställe auf die neuen EU-Tierwohlnormen geprägt war.
 
Angaben des Instituts für Geflügelwirtschaft (Itavi) zufolge kletterte die Zahl der aufgestallten Legehennen im Januar und Februar 2013 im Vergleich zu den beiden Vorjahresmonaten um 14,5 Prozent (%).
 
Außerdem seien die Produktionskosten gestiegen. So schätzt das Itavi, dass im Juni 2013 gegenüber dem Vorjahresmonat der Futtermittelindex für Legehennen um 4,4 % zugelegt hat.

Erzeugung soll reduziert werden

Angesichts dieser Zahlen zeigte sich der CNPO alarmiert. Der Ausschuss betonte, dass die Produzenten und ihre Branchenpartner sich in einer äußerst schwierigen finanziellen Situation befänden. Deshalb regten die Fachleute an, die Erzeugung zu reduzieren. So sollten beispielsweise die Besatzdichte strikt eingehalten, Schlachtungen von Legehennen vorweggenommen und ungenutzte Ställe weiterhin leer gehalten werden, um das nationale Angebot um fünf Prozent zu senken.
 
Außerdem schlägt der CNPO eine Unterbrechung beim Bau neuer Ställe vor. Der Ausschuss richtete eine eigene Stelle ein, um diese Marktmaßnahmen zu beobachten. Angesichts der Eierüberproduktion in Frankreich reagierte wenige Tage nach dem CNPO auch der Verband der bretonischen Fleischerzeugergemeinschaften (UGPVB). Er wies am Dienstag vergangener Woche (23.7.) in einer Presseverlautbarung darauf hin, dass die Marktteilnehmer ganz im Westen für eine Dauer von mindestens sechs Monaten den Legehennenbestand um fünf Prozent reduzieren wollten, um ein der Nachfrage am Markt entsprechendes Verhältnis zu erreichen.
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