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Geflügel

Aus für Exporterstattungen: Frankreich gehts zu schnell

von , am
27.07.2013

Paris/Brüssel - Französische Geflügelhalter laufen Sturm gegen das Aus der Exporterstattungen für gefrorenes Geflügelfleisch, das vergangene Woche von der EU-Kommission beschlossen wurde.

Wer in ländlicher Umgebung wohnt muss mit Geruchsbelästigungen durch Tierhaltungen rechnen. © Mühlhausen/landpixel
Derartige Ware könne dann nicht mehr exportiert werden, warnen die Geflügelproduzenten in Frankreich und fordern von der EU-Kommission, die Ausfuhrhilfen zu verlängern. Rund 4.000 Arbeitsplätze seien gefährdet, erklärte der französische Geflügelerzeugerverband (CAF) in dieser Woche in Rennes, davon 1.850 in den beiden bretonischen Schlachthäusern Doux und Tilly-Sabc o. Wenn der Staat nicht schnell eingreife, stünde die Zukunft des Sektors auf dem Spiel, mahnt die CAF.
 
Die Streichung der Exportbeihilfen von 10,85 Euro je 100 kg gefrorener Hühner begründet die Kommission mit gestiegenen Weltmarktpreisen für Geflügel und wahrscheinlich sinkenden Futterkosten.

Frankreich am stärksten betroffen

Die französischen Erzeuger weisen darauf hin, dass sie durch diese Bestimmung gegenüber den Wettbewerbern aus Brasilien auf den Absatzmärkten im Nahen und Mittleren Osten nicht mehr konkurrenzfähig sind. Sie verlangen, zumindest noch bis zum Jahresende Exporterstattungen zu bekommen, um sich an die neuen Verhältnisse anpassen zu können. Der französische Bauernverband (FNSEA) forderte während eines Treffens in dieser Woche in Paris gleich Staatspräsident Francios Hollande auf, in Brüssel zu intervenieren.
 
In der EU wurden von Juni 2012 bis Juli 2013 für die Ausfuhr von 270.000 t gefrorenem Geflügel 55 Mio. Euro an Erstattungen gezahlt, davon gingen 93 Prozent nach Frankreich.
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