Login
Geflügel

Gänse bleiben Nischenprodukt

von , am
06.11.2009

Nürnberg - Zu Sankt Martin steht der erste Umsatzhöhepunkt bei Gänsen bevor. Bis zum Weihnachtsfest bereichert Gänsefleisch dann die Speisekarten der Deutschen. Trotzdem bleibt Gänsefleisch aber ein Nischenprodukt.

© El Vin/Fotolia

Durchschnittlich verbrauchte jeder Einwohner im Jahr 2008 nur etwa 300 Gramm Gänsefleisch, das entspricht knapp dem Gewicht einer kleinen Gänsekeule. Die deutsche Erzeugung ist jedoch bei weitem nicht ausreichend um den Bedarf decken zu können.

Für das Jahr 2008 errechnete sich ein Selbstversorgungsgrad von nur 14,8 Prozent. Hauptlieferland ist Polen, gefolgt von Ungarn. Während in früheren Jahren überwiegend ganze Schlachtkörper nach Deutschland geliefert wurden, legten die Importe von Gänseteilen zuletzt zu. 2008 hielten sich die Importe von ganzen Schlachtkörpern und Teilen nach einer Recherche des Mediendiestes Gänse (MEG ) in etwa die Waage. Gänsefleisch wird oft außer Haus verzehrt.

Gänsefleisch hat eine geringe Käuferreichweite

Wie selten Verbraucher im Laden zu Gänsefleisch greifen, belegt die Kennziffer der Käuferreichweite, die dem Haushaltspanels der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) entnommen werden kann. Als Käuferreichweite bezeichnet man den prozentualen Anteil aller Haushalte, die mindestens einmal im definierten Zeitraum ein bestimmtes Produkt gekauft haben. Im Jahr 2008 betrug die Käuferreichweite für frische Gänse lediglich 4,3 Prozent und für gefrorene Gänse 4,8 Prozent. Die deutsche Erzeugung stagniert seit Jahren bei etwa 4.000 Tonnen. Lediglich 2006 war vor dem Hintergrund der damaligen Geflügelgrippe bedingten produktionstechnischen Schwierigkeiten ein Einbruch der Erzeugung um 500 Tonnen zu verzeichnen gewesen. Die aktuelle Schlachtstatistik des Statistischen Bundesamtes bringt wenige Erkenntnisse, da der Produktionsschwerpunkt noch bevorsteht, zudem wird ja nur ein Teil der hiesigen Erzeugung meldepflichtigen Schlachtereien angedient.

Schlupfstatistik gibt Hinweise auf Produktionsmenge 2009

Einen besseren Hinweis auf die diesjährig zu erwartende Produktionsmenge liefert die Schlupfstatistik. Von Januar bis August 2009 schlüpften 1,01 Millionen Küken, das waren 2 Prozent mehr als in den ersten acht Monaten 2008. Ab September schlüpfen in der Regel keine Gänseküken mehr. Eine nennenswerte Veränderung der deutschen Erzeugung deutet sich danach nicht an. Importware wird in der Regel als gefrorene Ware verkauft. Von Oktober bis Dezember 2008 - belastbare Daten für 2009 liegen bislang nicht vor - kosteten bratfertige Gänse 4,65 Euro je kg. Die heimische Produktion wird dagegen meist frisch und oft über erzeugernahe Absatzwege verkauft. In der Direktvermarktung von frischen Gänsen vom Erzeuger an den Endverbraucher sind dabei durchaus bis zu 10 Euro je kg zu erzielen. (pd)

Auch interessant