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Geflügel

Gefährdete Hühnerrassen in Deutschland

am Donnerstag, 11.05.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Die Vielfalt der Hühnerrassen in Deutschland ist groß. Viele allerdings vom Aussterben bedroht. Hier stellen wir Ihnen einige der seltenen Exemplare vor.

Augsburger Huhn

Das Augsburger Huhn ist ein mittelschweres Zweinutzungshuhn mit voller, gestreckter Landhuhnform. Das auffälligste Merkmal ist der Kronen- oder Becherkamm, der sich nach der ersten oder zweiten Zacke zu einem Becher mit gleichmäßig gezacktem Rand teilt. Das glatte Gesicht zeigt dunkle Augen und weiße Ohrscheiben. Die ursprüngliche Farbe der Federn ist reinschwarz mit einem Grünglanz. Neuere Zuchten zeigen auch blau-gesäumtes Gefieder.

Hähne wiegen 2,3 - 3 kg und Hennen 2 - 2,5 kg. Das Augsburger Huhn hat eine Legeleistung von 150 - 180 Eiern mit einem Gewicht von circa 60 g im ersten Jahr. Es ist frohwüchsig, ausgesprochen wetterfest und widerstandsfähig. Der Bruttrieb ist gering. Bereits nach fünf Monaten beginnen Ausgburger Hühner zu legen.

Die Augsburger Hühner sind die einzige in Bayern erzüchtete Hühnerrasse. Das Ursprungszuchtgebiet liegt im Augsburger Raum und im südlichen Schwarzwald. Züchtungsziel war eine bessere Anpassung an die klimatischen Verhältnisse und eine bessere Legeleistung. Der Zuchtbestand lag 2013 bei 162 Hennen und 36 Hähnen beim schwarzen Farbschlag sowie 25 Hennen und 7 Hähne beim blau-gesäumten Farbschlag. Damit zählen die Augsburger zu den extrem gefährdeten Hühnerrassen der Roten Liste in Deutschland.

Bergische Kräher

Der Bergische Kräher ist ein großes, stattliches Huhn mit gutem Fleischansatz. Der Körper ist kräftig und aufgerichtet, jedoch langgestreckt und schlank. Die Grundfarbe des Huhns ist schwarz, gedobbelt, die Zeichnungsfarbe rötlichkastanienbbraun.

Sie sind frühreif und haben keinen Bruttrieb. Die durchschnittliche Jahres-Eierleistung liegt bei 150 Eier im ersten Jahr und 120 Eiern im zweiten Jahr. Die Eier sind weißschalig. Hähne wiegen 3 - 3,5 kg und Hennen bis zu 2,5 kg. Die Besonderheit der Rasse ist der eigenartige Krähruf der Hähne, der fünfmal so lange anhält wie der anderer Rassen. Die Hähne schreiten während des Krähens nach vorn und senken gegen Ende des Krährufes den Kopf fast bis zum Boden. Diese ungewöhnlichen Kräheigenschaften wurden im Laufe der Zeit durch die alljährlich stattfindenden Krähwettbewerbe selektiv gefestigt und verstärkt.

Die Bergischen Kräher wurden vermutlich während der Kreuzzüge aus Südosteuropa beziehungsweise dem Orient ins Bergische Land importiert. Einer alten Sage zufolge soll der Graf von Berg im Jahre 1190 lang krähende Hähne aus dem Kreuzzug mitgebracht haben, weil der Krähruf des Hahnes ihn und sein Gefolge aus großer Gefahr gerettet habe. Heute sind sie vor allem in Nordrhein-Wesfalen, im Bergischen Land und im Bezirk Düsseldorf verbreitet. Der aktuelle Zuchtbestand der extrem gefährdeten Hühnerrasse lag 2013 bei 267 Hennen und 62 Hähnen.

Bergische Schlotterkämme

Die Bergischen Schlotterkämme sind mittelgroße, wetterfeste Nutzungshühner mit langgestrecktem kastenförmigen Körper und einem zur Seite schlotternden, einfachen Kamm. Die Bergischen Schlotterkämme gibt es in den Farbenschlägen schwarz, schwarz-weißgedobbelt, schwarz-gelbgedobbelt und gesperbert.

Das Gewicht der Hähne liegt zwischen 2 und 2,75 Kilo, die Hennen werden 1,75 bis 2,25 Kilo schwer. Im Zeitraum März bis Oktober liegt die Legeleistung bei circa 180 reinweißen Eiern. Die Besonderheit der Rasse ist der Hennenkamm, der ihnen den Namen gab: 'Schlottern' soll er, das heißt er soll nicht einseitig tief am Scheitel herunterhängen, sondern feingesägt schön umliegen, mal auf dieser, mal auf jener Seite des Kopfes.

Die Hühnerrasse gehört zu den ältesten in Deutschland und wurde schon vor vielen Jahren im Bergischen Land neben den Bergischen Krähern gezüchtet. Heute sind sie außerdem in Nordrhein Westfalen verbreitet. Sie gelten in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen als als extrem gefährdet. 2013 gab es 213 weibliche und 46 männliche Tiere.

Deutsche Langschan

Das Deutsche Langschan ist ein sehr hochgestelltes Huhn, das heißt, die Unter-und Oberschenkel sind überdurchschnittlich lang. Deutsche Langschan gibt es in den Farbschlägen schwarz, blau-gesäumt, weiß und braunbrüstig.

Die Rasse ist robust und eignet sich als Zweinutzungshuhn. Die Tiere sind sehr schwer und fliegen deshalb kaum. Der Hahn wiegt zwischen 3 und 4,5 Kilo, die Henne wird 2,5 bis 3,5 Kilo schwer. Die Legeleistung liegt bei 160 stroh- bis braungelben Eiern im ersten Jahr. Das Wesen der Deutschen Langschan ist sehr ruhig und zutraulich.

Die Rasse stammt aus Kreuzungen von chinesischen Rassen und ist in ganz Deutschland verbreitet. Heute ist der Bestand der Tiere extrem gefährdet. 2013 gab es 272 weibliche und 75 männliche Tiere.

Deutsche Sperber

Die Deutschen Sperber sind Wirtschaftshühner in Landhuhnform. Die gefällige Form mit ihrer schönen Sperberzeichnung gibt den Tieren ein schönes Aussehen. Es gibt nur den einen gesperberten Farbschlag.

Die Rasse ist sehr robust, frühreif und frohwüchsig. Die Hennen legen durchschnittlich 180 weißschalige Eier, der Bruttrieb ist sehr gering. Der Hahn wiegt 2,5 bis 3 Kilo, die Henne 2 bis 2,5 Kilo. Sie haben ein sehr lebhaftes Wesen und sind sehr zutraulich. Wenn man ihnen genug Freilauf bietet, sind sie gute Futtersucher und fliegen nur wenig.

Um 1900 wurde die Rasse aus verschiedenen gesperberten Hühnerrassen gezüchtet. Seit 1917 werden sie unter dem Namen "Deutsche Sperber" gezüchtet und sind deutschlandweit verbreitet. Sie zählen ebenfalls zu den extrem gefährdeten Hühnerrassen. 2013 gab es noch 642 weibliche und 141 männliche Tiere.

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