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Geflügel

Geflügel: Deutscher Export nach Afrika gering

von , am
02.10.2013

Stuttgart - Die Exporte von Geflügelfleisch nach Afrika rückten zuletzt medial in den Focus. Über Umfang der Lieferungen hat die MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) aktuelle Zahlen und Daten zusammengestellt.

Frisches Hähnchenfleisch war mit 37,5 % der Proben wiederholt mit Campylobacter belastet. © Peter Smola/pixelio.de
Die Zahlen zeigen die untergeordnete Rolle deutscher Geflügelfleischexporte in Drittländer und vor allem nach Afrika. Die deutschen Lieferungen nach Afrika haben in den beiden zurückliegenden Jahren zugelegt. Von Januar bis Juli 2013 wurden 21.563 Tonnen Geflügelfleisch (incl. Zubereitungen) nach Afrika ausgeführt.
 
Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2009 exportierte Deutschland 7.058 Tonnen nach Afrika. Im ersten Halbjahr 2013 gelangten dabei 41 Prozent aller Exporte Richtung Afrika nach Südafrika. Auslöser dafür dass die Lieferungen nach Südafrika in Gang kamen, war der Abschuss eines amtlichen Veterinärzertifikats im Jahr 2010. Zuvor konnte Deutschland den südafrikanischen Bedarf nicht beliefern.

Mehr Einfuhren als Ausfuhren

Nach wie vor konzentriert sich der deutsche Außenhandel aber auf den innergemeinschaftlichen Handel. Insgesamt beliefen sich die Ausfuhren von Geflügelfleisch und Zubereitungen auf etwa 333.500 Tonnen, wovon ganze 83 Prozent in der EU verblieben. Gleichzeitig importierte Deutschland knapp 371.500 Tonnen Geflügelfleisch und Zubereitungen, der Anteil von Nicht-EU-Ware betrug 25 Prozent. Trotz des internationalen Austauschs produziert die deutsche Geflügelwirtschaft primär für die heimischen Konsumenten.

Brust oder Keule?

Die deutsche Geflügelmast belief sich 2012 auf 1,68 Millionen Tonnen, allerdings profitieren auch unsere Nachbarstaaten von der Mast in Deutschland und beziehen in grenznahen Regionen schlachtreife Tiere. Deshalb reichten die deutschen Schlachtungen von 1,45 Millionen Tonnen nicht, um den Verbrauch von 1,52 Millionen Tonnen zu decken.
 
So ist Deutschland noch auf Importe zur Bedarfsdeckung angewiesen. Dass gleichzeitig auch Ware exportiert wird, dient dem Ausgleich international unterschiedlicher Konsumgewohnheiten. So stehen beispielsweise Brustfleisch von Hähnchen oder Pute, welches von den deutschen Konsumenten bevorzugt nachgefragt wird, entsprechend weniger für den Export zur Verfügung.

Afrika ist nur ein "kleiner" Kunde

Nachgefragt wurden aus Südafrika primär gefrorene Hühnerschenkel (44 Prozent der Lieferungen) und Hühnerhälften (25 Prozent der Lieferungen). Die Bedeutung der deutschen Exporte für den südafrikanischen Markt hält sich im Vergleich allerdings in Grenzen, wie eine Betrachtung der Gesamtimporte von Geflügelfleisch nach Südafrika zeigt: Laut FAO auf etwa 325.000 Tonnen, wobei zweidrittel dieser Menge allein aus Brasilien bezogen wurde. Im ersten Halbjahr 2013 lieferte Brasilien bereits über 100.000 Tonnen nach Afrika.

Pro-Kopf-Verbrauch im Vergleich

Südafrika steigerte seine Importbemühungen, da die eigene Erzeugung nicht zur Bedarfsdeckung reichte, obwohl sie in den vergangenen Jahren stark wuchs. Von 2005 auf 2011 expandierte die südafrikanische Geflügelfleischproduktion lauf FAO um 56 Prozent auf fast 1,5 Millionen Tonnen. Der dortige Pro-Kopf-Verbrauch liegt deutlich über dem deutschen Niveau. Laut FAO verbrauchte jeder Südafrikaner im Jahr 2009 etwa 32 Kilogramm Geflügelfleisch. In Deutschland waren es 2012 erst 18,5 Kilogramm.
  • Über die Entwicklung an den Eier- und Geflügelmärkten berichtet die MEG kontinuierlich in Ihren Diensten. Infos zum Probeabo unter www.marktinfo-eier-gefluegel.de.
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