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Geflügel

Geflügel: Hohe Futterkosten bremsen Produktion

von , am
29.11.2012

Stark gestiegene Futterkosten und ein langsamer wachsender Verbrauch bremsen die globale Produktion
von Geflügelfleisch

Der Geflügelsektor werde 2014 von sinkenden Futterkosten profitieren. © Mühlhausen/landpixel
Offensichtlich lässt die Wachstumsdynamik sowohl in den großen Schwellenländern als auch in den westlichen Industrieländern nach. Die Experten der FAO erwarten in ihrer aktuellen Halbjahresanalyse für das Jahr 2013 nur noch ein weltweites Produktionswachstum von zwei Prozent nach mehr als drei Prozent im letzten Jahr.
 
Der globale Handel mit Geflügelfleisch nimmt wegen der gestiegenen Exportpreise gerade noch um ein Prozent zu und damit deutlich langsamer als in Jahren zuvor.

Produktion in den USA und Brasilien schrumpft

Bei einigen der wichtigsten Exporteure von Hähnchenfleisch führen die die stark gestiegenen Futterkosten sogar zu einem Rückgang der Produktion. Die betrifft insbesondere die beiden globalen TOP-Exporteure Brasilien und die USA. In beiden Ländern hat der Kostenanstieg die Wirtschaftlichkeit der Produktion in den negativen Bereich gedrückt, so dass die Farmer die Produktion drosseln. Dagegen sehen die FAO-Experten bei den anderen beiden großen Produzenten und Exporteuren China und der EU noch ein Wachstum der Erzeugung.

Welthandel wächst kaum noch

Weltmarktpreise für Hähnchenfleisch. © Weltbank
Die hohen Weltmarktpreise drosseln auch die globale Nachfrage, so dass der Export 2013 gerade noch um ein Prozent auf 13 Millionen Tonnen zulegt. Dennoch wachsen die Ausfuhren der beiden wichtigsten Exportnationen Brasilien und USA noch leicht um gut ein Prozent bzw. knapp zwei Prozent auf 4,06 Millionen Tonnen bzw. 3,99 Millionen Tonnen.
 
Die Ausfuhren der Europäischen Union legen mit gut drei Prozent auf 1.38 Millionen Tonnen hingegen etwas stärker zu, während der Export Chinas wegen des höheren Eigenverbrauchs um sechs Prozent auf 1,3 Millionen Tonnen schrumpft. Dagegen kann der andere asiatische Top- Exporteur Thailand seine Ausfuhren um 10 Prozent auf 0,77 Millionen Tonnen ausweiten.

Asiaten importieren weniger

Die wichtigsten Verbraucher von Geflügelfleisch befinden sich in Asien. Hier ist die Produktion und auch der Import zuletzt an stärksten gewachsen. In diesem Jahr schrumpfen die Einfuhren allerdings wegen der rückläufigen Importe China, Japans und Saudi-Arabiens. Die Importe Chinas gehen bei wachsender eigener Produktion und rückläufigen Exporten um fast 10 Prozent auf 1,97 Millionen Tonnen zurück. Dennoch gehen noch rund 55 Prozent des insgesamt gehandelten Geflügelfleisches nach Asien. Auch Japan kauft bei größerer Inlandsproduktion mit 1,05 Millionen Tonnen fast fünf Prozent weniger Geflügelfleisch am Weltmarkt. Die Importe Saudi-Arabiens. gehen um knapp fünf Prozent auf 0,75 Millionen Tonnen zurück.

Russischer Markt wächst kräftig

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Dagegen nehmen die Einfuhren Russlands, bei einer einem weiter expandierenden Inlandsverbrauch, gegen Trend um gut fünf Prozent auf 0,53 Millionen Tonnen zu. Die russische Inlandsproduktion nimmt aufgrund der anhaltenden Investitionen in diesem Bereich erneut um fast sieben Prozent auf 3,1 Millionen Tonnen zu und der Verbrauch wächst ähnlich stark um sieben Prozent auf 3,6 Millionen Tonnen.
 
Auch die EU-Länder führen 2013 mit 0,81 Millionen Tonnen etwa so viel Geflügelfleisch ein wie im vorigen Jahr. Gleichzeitig rechnen die FAO Experten für 2012 mit einer um zwei Prozent wachsenden Verbrauchsmenge in der EU auf etwa 11,9 Millionen Tonnen.
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