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Tierseuche

Geflügelpest äußerst aggressiv: Über 5.300 Fälle in Europa

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am Dienstag, 05.07.2022 - 10:35 (Jetzt kommentieren)

Die Geflügelpest zeigt sich als größte saisonale Epidemie aller Zeiten in Europa und scheint sich in der Wildvogelpopulation festzusetzen. Geflügelhalter brauchen neue Strategien zum Schutz und zur Seuchenbekämpfung.

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI oder auch als Geflügelpest beziehungsweise Vogelgrippe bezeichnet) tritt aktuell äußerst aggressiv auf. Die Seuchensaison 2021/22 ist mit mehr als 5.300 Nachweisen die bisher größte in Europa beobachtete Epidemie bei Hausgeflügel, Vögeln in Gefangenschaft sowie Wildvögeln.

Die neusten Zahlen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beziehen sich auf insgesamt 36 europäische Staaten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich.

46 Mio. gekeulte Tiere beim Hausgeflügel

Allein beim Hausgeflügel gab es insgesamt 2.398 Ausbrüche, rund 46 Mio. Tiere mussten gekeult werden. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln wurden 168 Nachweise und bei Wildvögeln 2.733 HPAI-Fälle gezählt.

Allein zwischen dem 16. März und dem 10. Juni 2022 meldeten 28 Ländern 750 Nachweise bei Hausgeflügel, 410 bei Wildvögeln und 22 bei in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln. Insgesamt gab es also 1.182 HPAI-Virusnachweise.

In dem Berichtszeitraum waren der EFSA zufolge 86 Prozent der Geflügelausbrüche sekundär auf die Verbreitung des HPAI-Virus zwischen den tierhaltenden Betrieben zurückzuführen.

Frankreich und Ungarn am stärksten von Vogelgrippe betroffen

Am stärksten traf es Frankreich mit 68 Prozent aller Geflügelpestausbrüche und Ungarn mit 24 Prozent. Auf die weiteren betroffenen Länder entfielen jeweils weniger als 2 Prozent.

Die meisten Nachweise bei Wildvögeln meldete mit 158 Fällen allerdings Deutschland, gefolgt von den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich mit 98 beziehungsweise 48 Fällen.

Geflügelpest bei Wildvögeln endemisch

Laut EFSA deutet einiges darauf hin, dass die hochpathogene Geflügelpest in den Wildvogelpopulationen in Europa endemisch geworden ist und sich somit festgesetzt hat. Dies würde bedeuten, dass das Gesundheitsrisiko durch das Vogelgrippevirus für Geflügel, Menschen und Wildtiere in Europa das ganze Jahr über besteht. Das Risiko ist in den Herbst- und Wintermonaten aber am höchsten.

Zu den Reaktionsmöglichkeiten auf diese neue epidemiologische Situation gehören die Festlegung und rasche Umsetzung geeigneter und nachhaltiger Strategien zur Eindämmung der HPAI.

Die EFSA nennt wirksame Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungen zur Früherkennung der Seuche in den verschiedenen Geflügelhaltungssystemen. Mittel- bis langfristig sollte laut EFSA eine Reduzierung der Geflügeldichte in Hochrisikogebieten in Betracht gezogen werden

Mit Material von AgE

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