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Geflügel

'Geflügelsektor macht Niedersachsen zum Agrarland Nummer ein'

von , am
24.11.2010

Visbeck - Ohne die Arbeit der Mäster ist die Geflügelproduktion nicht auf einem so hohen Niveau möglich. Das hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Erzeugergemeinschaft Deutsches Qualitätsgeflügel (EZG) betont.

Astrid Grotelüschen (CDU), Landwirtschaftsministerin aus Niedersachsen. © Werkbild

Die EZG habe sich zu einer Gemeinschaft entwickelt, die für höchste Qualität stehe, so die Ressortchefin bei der Jubiläumsfeier in Visbek. Sie appellierte an die Mitgliedsbetriebe, diesen Weg fortzusetzen.

Die Ministerin sieht die Geflügelerzeuger in ihrem Bundesland mit deren Vermarktungsstruktur sehr gut aufgestellt. "Viele Sparten tragen dazu bei, dass Niedersachsen das Agrarland Nummer eins ist. Daran hat der hiesige Geflügelsektor mit 54 Prozent des bundesweit erzeugten Geflügelfleisches einen großen Anteil", erklärte Grotelüschen. Sie sprach zudem die gute Zusammenarbeit der Hähnchenerzeuger mit ihrem Haus im Tierschutzbereich an und nannte beispielhaft die im Jahr 1997 unterzeichnete freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Masthühnern.

Direkter Einfluss auf Futtererzeugung

Die niedersächsischen Geflügelerzeuger und die Firmengruppe Stolle hätten schon früh das gemeinsame Interesse erkannt, sich für die Herstellung geeigneter Futtermittel einzusetzen, so die CDU-Politikerin. Futtermittel seien immer wieder in den vergangenen Jahrzehnten ein Anlass zu kritischen Schlagzeilen gewesen, die der gesamten Nahrungsmittelkette zugeordnet worden seien. Darum sei der direkte Einfluss auf die Erzeugung des Futtermittels bedeutsam.

Der erste Vorsitzende der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), Wilhelm Hofrogge, lobte die Arbeit der Mäster ebenfalls: "Sie können mit großem Stolz auf eine sehr erfolgreiche Zeit Ihrer EZG zurückblicken." Es sei eine sehr weise Entscheidung der Gründungsväter gewesen, sich in einer Gemeinschaft zu organisieren, stellte der Vorsitzende fest. In den ersten Jahren sei es in erster Linie um Erfahrungsaustausch in Fragen der Produktionstechnik, gemeinsame Herstellungs- und Qualitätsregeln sowie den Absatz, um Lieferkonditionen und letzten Endes um Preise gegangen. Im Übrigen sprach der NGW-Vorsitzende von einer "stets ausgezeichneten Zusammenarbeit" mit der EZG.

Kritik an Hähnchenmast 'völlig ungerechtfertigt'

Er warnte davor, den EZG-Mitgliedern, die fast alle bäuerliche Betriebe besäßen, die Entwicklungsmöglichkeiten zu verbauen. Die derzeit heftige Kritik durch Bürgerinitiativen und andere Organisationen an den modernen Formen der Geflügelwirtschaft - insbesondere der Hähnchenmast - sei "völlig ungerechtfertigt und auf das Schärfste zurückzuweisen", stellte Hofrogge in dem Zusammenhang fest.

Geflügelwirtschaft auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig

"Ich bin stolz darauf, dass wir in Deutschland eine Geflügelwirtschaft haben, die konkurrenzfähig sein kann auf dem gesamten Weltmarkt", unterstrich der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Gerhard Wagner. Deutschland könne durchaus mit Brasilien oder den USA mithalten. Auf Europa bezogen sei er der Meinung, dass die Bundesrepublik weit vorn liege. Mit dazu beigetragen hätten die Discounter, die sich von einem Frostwaren- zu einem Frischwarenmarkt verändert hätten. Für die "herausragende" Kooperation mit der Erzeugergemeinschaft in den letzten vier Dekaden dankte auch Stefan Thoben, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Stolle. Er habe in den vier Jahren seiner Tätigkeit für die sogenannte grüne Seite im Hause Stolle das "harte, aber faire Verhandeln" über die Auszahlungspreise mit den Vorsitzenden der EZG kennenlernen dürfen.

EZG: Wandel durchlaufen

Der erste Vorsitzende der EZG, Heinz Pruisken, ging auf die Entwicklung der im Jahr 1970 gegründeten Gemeinschaft ein. Aufgabe sei die Aufzucht von Qualitätsgeflügel, also Hähnchen, in den Betrieben der Mitglieder nach für alle verbindlichen Regeln und den Erfordernissen des Marktes gewesen. Ein weiterer wichtiger Punkt habe in der Beratung zu Fragen der Haltung und Fütterung sowie zum Absatz von Qualitätsgeflügel gelegen, so der Vorsitzende. Die EZG hat eigenen Angaben zufolge mehr als 160 Mitglieder in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen sowie Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz mit rund neun Millionen Stallplätzen für Hähnchen, was durchschnittlich etwa 55.000 Mastplätze pro Betrieb ausmacht; produziert werden knapp 75 Millionen Hähnchen pro Jahr.

EZG beteiligt sich an Geflügelnahrungsproduktion

Die Schlachtungen erfolgen laut Erzeugergemeinschaft in den Betrieben der Unternehmensgruppe Stolle, hauptsächlich in Visbek sowie im hessischen Gudesberg und in Brenz, Mecklenburg-Vorpommern. Ferner beteiligt sich die EZG gemäß ihren Aussagen an der Geflügelnahrungsproduktion, wozu im Jahr 2003 eigens die BEST 3 Geflügelernährung GmbH gegründet wurde, die zusammen mit den beiden Mitgesellschaftern Gebr. Stolle und H. Bröring jährlich mehr als 300.000 Tonnen Geflügelnahrung überwiegend für die eigenen Mitglieder herstellt. (AgE)

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