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Geflügel

Geflügelwirtschaft: Online-Kampagne erntet Kritik

von , am
31.07.2012

Seit Mai ist das Dialogportal www.deutsches-geflügel.de des ZDG online. Mehr als 200 Verbraucher sind bereits in den Dialog getreten. Doch die Webseite erntet nicht nur Lob.

Seit Mai können Verbraucher sich auf www.deutsches-gefluegel.de über die Geflügelerzeugung informieren. © ZDG
Viele Verbraucher sind verunsichert - Skandale haben dem Image der Geflügelwirtschaft geschadet. Seit drei Monaten können sich Verbraucher nun auf dem Onlineportal über die Geflügelerzeugung informieren und mit dem Zentralverband für deutsche Geflügelwirtschaft in den Dialog treten. Interessierte können Fragen an Geflügel-Experten stellen. "Der Verbraucher ist vom Erzeugungsprozess entfremdet, hier wollen wir ansetzen und offen informieren", so Christiane Riewerts vom ZDG gegenüber agrarheute.
 
Seit die Plattform online ist, sind laut ZDG über 200 Fragen gestellt worden. Bisher hat der Verband zehn der meistgeklickten Fragen beantwortet. Anfang August werden weitere fünf Antworten veröffentlicht.
 
Der Ansatz geht in die richtige Richtung, erntet jedoch nicht nur positive Resonanz. Kritische Stimmen kommen beispielsweise von der Verbraucherzentrale Niedersachsen und dem Tierschutzverband BUND.

"Portal wirkt realitätsfern"

BUND reagierte mit einer Gegenoffenisve auf die Anzeigenkampagne des Geflügelverbands. (links: BUND; rechts: ZDG) © BUND
Das Portal ist aufwendig und werblich gestaltet. Neben der Dialogfunktion gibt es auch Videos, in denen sich Geflügelhalter präsentieren. "Das Portal setzt richtig an, geht aber ins Leere. Es stellt die Geflügelhaltung idealtypisch dar und wirkt realitätsfern", kritisiert Hedi Grunewald von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Vor allem würden kritische Themen wie der Antibiotika-Einsatz und die Belastung des Geflügelfleischs mit multiresistenten Keimen verharmlost dargestellt und Verbrauchersorgen nicht ernst genommen.
 
Der Tierschutzverband BUND reagierte mit einer polemischen Gegenoffensive, die sich an die begleitende Anzeigenkampagne des Zentralverbands lehnt. BUND bezeichnete die Print-Anzeigenaktion als PR-Frechheit.
 
 
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