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Geflügel

Geschlechtsdiagnose am unbebrüteten Ei geplant

von , am
22.03.2011

Leipzig - Ein Forschungsteam untersucht neue Analysemethoden um das Geschlecht am unbebrüteten Ei bestimmen zu können.

Bayern-Ei darf derzeit keine Eier verkaufen. © Mühlhausen/landpixel
Die Geschlechtsdiagnose am unbebrüteten, dann noch verwertbaren Ei ist das Forschungsziel eines Teams aus Wissenschaftlern der Universität Leipzig und interdisziplinärer Verbundpartner. Wie die Hochschule mitteilte, sollen die Einsatzmöglichkeiten optischer Analysemethoden zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung untersucht werden. Für die derzeit von den Forschern präferierten spektroskopischen Verfahren diene ein mittels Laser in der Eischale erzeugtes Loch als Zugang für die weitere, lichtgestützte Analyse. Allerdings seien die Schlüpfraten aus beprobten Eiern bislang nur im kleinen Rahmen getestet worden.

Bislang keine praxistauglichen Verfahren

"Wichtig ist nun, auch die Auswirkungen der einzelnen Untersuchungsschritte auf den Brutverlauf und -erfolg, auf die postnatale Entwicklung der Küken sowie die Tiergesundheit und Legeleistung der Hennen genau zu analysieren", erklärte Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, Professorin an der Universität Leipzig und Koordinatorin des Forschungsprojekts. Bisher sei es gelungen, das Geschlecht ab dem achten Bebrütungstag mittels endokrinologischer Methoden sicher zu bestimmen. Praxistaugliche Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei, die dieses möglichst unbeschädigt ließen, gebe es bis heute aber keine.
 
Nach Angaben der Wissenschaftlerin werden deshalb bei der Zucht von Legehennen allein in Deutschland pro Jahr mehr als 40 Millionen gerade geschlüpfte, männliche Küken getötet. "Das ist sowohl aus Sicht des Tierschutzes als auch für die Industrie ein Problem mit gesellschaftspolitischer Tragweite", so Krautwald-Junghanns. Für sie selbst stehe die ethnische Komponente im Vordergrund, schließlich gehe es um lebende Tiere.

Im Idealfall kommen unbebrütete Eier auf den Markt

Die Unterstützung von wirtschaftlicher Seite sei dennoch entscheidend, denn viele Projekte seien immer dann gestorben, wenn ökonomische Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Mit den angestrebten Methoden könnten im Idealfall auch unbebrütete Eier, aus denen einmal Hähnchen schlüpfen würden, dem Markt noch zugeführt werden. Das würde nicht zuletzt auch dazu beitragen, die Zahl der für die Versorgung der Bevölkerung mit Eiern und Eiprodukten benötigten Legehennen wieder zu verringern.
 
Das Projekt "Möglichkeiten der In Ovo- Geschlechtsbestimmung beim Haushuhn als Alternative zur routinemäßigen Tötung männlicher Eintagsküken aus Legehennenlinien", das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für drei Jahre mit einer Fördersumme von rund einer Million Euro finanziert wird, endet im kommenden Juni. In einem neuen Antrag soll danach die Verlässlichkeit der neu entwickelten Methoden abgesichert werden. 
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