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Aktueller Stand: 27.12.

H5N8-Erreger bestätigt: 'Stand-Still' in mehreren Gemeinden

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
27.12.2016

Insgesamt wurden über die Weihnachtstage mehr als 55.000 Puten in Niedersachsen getötet. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt erneut den H5N8-Erreger. In mehreren Gemeinden gilt das Ein- und Ausfuhrverbot.

Der Verdacht auf einen weiteren Fall der Vogelgrippe im Landkreis Cloppenburg hat sich bestätigt (Stand 26.12.). Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stellte die hochpathogene Form H5N8 fest. Es ist der zweite bestätigte Fall von Geflügelgrippe in einem Nutzgeflügelbestand im Landkreis Cloppenburg und das vierte Mal, dass sich der Verdacht auf H5N8 in einem niedersächsischen Mastbetrieb des Landes bestätigt. Die rund 21.000 Tiere in dem Betrieb sowie in einem Kontaktbetrieb wurden getötet.

Weiterhin hat das FLI hat am 27.12. den Verdacht auf H5N8-Geflügelpest bei Puten eines Bestandes in der Gemeinde Hude bestätigt. Im Bestand mit 20.000 Tieren war es gestern zu vermehrten Todesfällen gekommen. Die Tötung der Tiere wird vorbereitet. Der Landkreis Oldenburg hat eine Überwachungszone festgelegt, die das Gebiet der Gemeinde Hude erfasst. Für das Gebiet gilt ein 72-stündiges Standstill, dass am 27.12. ab 12.00 Uhr in Kraft getreten ist und am 30.12.2016 um 12.00 Uhr endet.

Insgesamt wurden über die Weihnachtstage in Niedersachsen mehr als 55.000 Puten getötet.

Vogelgrippe: Stand-Still in Garrel und Bösel

Für die betroffenen Gemeinden Garrel und Bösel wurde ab dem 26. Dezember, 0 Uhr, ein „Stand-Still“ für 72 Stunden verfügt. Hier dürfen kein Geflügel und keine Geflügelprodukte in die Betriebe hinein- oder aus sie heraus gebracht werden. Hier wie in weiten Teilen Niedersachsens gibt es seit vielen Wochen eine Stallpflicht für Geflügel.

In einem Radius von drei Kilometern um den Ausbruchsbetrieb wird in Kürze ein Sperrbezirk eingerichtet, dort werden rund eine Million Stück Geflügel gehalten. Zudem richtet der Landkreis ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Kilometern ein.

Weitere Vogelgrippe-Fälle in Niedersachsen

Einen weiteren Fall von Vogelgrippe gibt es im Landkreis Northeim. Betroffen ist ein Kleinstbestand mit 18 Hühnern und sechs Enten. Auch hier bestätigte das FLI den Virussubtyp H5N8. Die Tiere wurden inzwischen getötet. Die Landkreisbehörden bereiten die Einrichtung eines Sperrbezirks und eines Beobachtungsgebietes vor. Im vorgesehenen Drei-Kilometer-Sperrbezirk befinden sich nur Hobbyhaltungen mit Geflügel.

Unterdessen sind die Räumungen in dem von Vogelgrippe betroffenen Puten-Betrieb in Dötlingen, Landkreis Oldenburg, sowie in zwei Kontaktbetrieben im Landkreis Vechta abgeschlossen. Es handelt sich im Ausbruchsbetrieb um 10.000 Tiere sowie in den zwei weiteren Betrieben um jeweils rund 12.000 Tiere. Die Tiere sollten mit Gas getötet und anschließend in einem Spezialbetrieb verbrannt werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern. Zwischen den drei Geflügelhaltungen hatte es enge Kontakte gegeben, vor allem durch Futtermeister, die an allen drei Standorten in die Ställe gingen. Bei Untersuchungen von zwei Betrieben im Ein-Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb ergab sich hingegen kein weiterer Verdachtsfall. Für die Gemeinde Dötlingen gilt ein „Stand-Still“ seit Heiligabend, 16 Uhr, für ebenfalls 72 Stunden. Die Einrichtung von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet trat am 26. Dezember in Kraft.

Eintragungswege der Vogelgrippe-Erreger weiterhin unklar

Agrarminister Christian Meyer dankte den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Landesbehörden und den Landkreisen sowie den privaten Helfern, die auch über die Weihnachtstage die Tierseuchenbekämpfung gewissenhaft durchführen. Er appellierte an alle Tierhalter, die Biosicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Geflügelpest strikt einzuhalten.

Wie das Virus in die geschlossenen Putenställe kam, bleibe weiterhin unklar. "Alle möglichen Eintragungswege von Einstreu, betreuendem Personal bis hin zu Futter oder Schadnagern müssen konsequent untersucht werden", so der Minister.

Auch sollte auf das sogenannte "Vorgreifen", also die Zwischenentnahme von Teilen des Bestandes zur Ausschöpfung der maximalen Besatzdichte, bei Puten verzichtet werden; die Tierzahlen bei der Einstallung seien entsprechend anzupassen.

Mit Material von Pressemitteilung Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium

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