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Geflügel

Hähnchenställe abgebrannt: Brandanschlag?

© ah
von , am
23.11.2012

Klein Fullen/Emsland - Gestern sind in Klein Fullen bei Meppen drei Hähnchenställe abgebrannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein Brandanschlag wird nicht ausgeschlossen.

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Brandanschläge im Landkreis Peine. © ah
Um 6.55 Uhr hatte am Donnerstag ein Angestellter die drei brennenden Hähnchenställe bemerkt und sofort die Feuerwehr verständigt. Bei deren Eintreffen standen die Dachstühle von drei Ställen in hellen Flammen, berichtet die Polizei.
 
Die drei Ställe brannten bis auf die Grundmauern nieder. Tiere befanden sich in den Ställen nicht, gestern sollten sie eigentlich für die Ankunft neuer Küken vorbereitet werden.
 
Auf dem eingezäunten Gelände stehen insgesamt zehn Hähnchenställe mit einer Größe von etwa 20 mal 50 Metern.
 
Nachdem in den drei Ställen keine elektrischen Geräte in Betrieb waren und das Tor beim Eintreffen des Angestellten offen stand, hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Brandstiftung schließen die Ermittler momentan nicht aus.
 
Die Höhe des entstandenen Sachschadens beläuft sich auf über eine Millionen Euro.

Geflügelwirtschaft: 'Erschüttert und entsetzt'

"Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt", kommentiert Wilhelm Hoffrogge, Vorsitzender der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) den Vorfall. Er verurteilt den vermuteten Anschlag aufs Schärfste: "Dies ist ein krimineller und feiger Akt, der mit einer legitimen gesellschaftlichen Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun hat."

Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken distanziert sich deutlich

"Mit völligem Unverständnis nimmt das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken den Brand der Massentierhaltungsställe im Emsländischen Meppen zur Kenntnis", erklärt Michael Hettwer, Sprecher des Landesnetzwerks. Die "Auseinandersetzung um die Agrarfabriken" werde sicherlich zum Teil mit harten Bandagen geführt; "sie darf jedoch nie den Boden der Rechtsstaatlichkeit verlassen". Er distanziert sich klar von dem potentiellen Brandanschlag:  "Straftaten sind - egal von welcher Seite - kein Mittel im berechtigten Kampf gegen Agrarfabriken."

Brandanschläge auf Hähnchenmastanlagen: Staatsanwaltschaft ermittelt (11. November 2011)

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