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Heizöl läuft aus: Polizei ermittelt gegen Tierkörperbeseitigungsanlage

Ölfilm ist auf Wasser zu sehen mit grünem Blatt
am Freitag, 30.09.2022 - 11:18 (Jetzt kommentieren)

Nach dem Ölunfall in der Plattlinger Anlage hat Trinkwasserversorger zwei Brunnen stillgelegt. Rund 50.000 Liter Heizöl versickert.

Nach einem Ölunfall in der Plattlinger Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA) hat jetzt der Trinkwasserversorger „Waldwasser“, der für die Versorgung von 11 Gemeinden im Landkreis Deggendorf zuständig ist, zwei von vier Brunnen vorsichtshalber stillgelegt. Die Brunnen befinden sich im Brunnenfeld Moos bei Plattling, die Maßnahme erfolgte, so der Wasserversorger, nur „vorsichtshalber“.

50.000 Liter Heizöl auch in Gewässer gelaufen

Die Maßnahme von „Waldwasser“ war bereits erwartet worden, der Versorger reagierte damit auf einen Ölunfall auf dem Gelände der TBA. Aus einem Heizöltank war eine bisher unbekannte Menge Heizöl ausgelaufen – Schätzungen gehen derzeit von bis zu 50.000 Litern aus, die in das Erdreich gesickert sind und auch in den angrenzenden Mühlbach liefen.

Bei einer routinemäßigen Untersuchung des Tanks wurde der Ölaustritt bzw. die Lecks, die sich im Zuleitungsbereich des Tanks befinden, entdeckt. Der Tank diente üblicherweise zur Stützbefeuerung der Dampfkesselanlage, die eigentlich mit Gas befeuert wird. Doch seit Anfang des Jahres erfolgte diese Befeuerung ausschließlich mit Heizöl. Jetzt wurde wieder auf Gas umgestellt, der Tank ist aktuell stillgelegt.

Naturschutzgebiet liegt in der Nähe

Oberstes Ziel sei es jetzt, so heißt es in einer Stellungnahme des Landratsamtes in Deggendorf, sei jetzt, das Öl von einem nahen Naturschutzgebiet und von den Trinkwasserreserven wegzuhalten. Im Mühlbach konnte die schnelle Reaktion der Feuerwehr, die Ölsperren eingerichtet hatte, eine großflächige Verschmutzung des Gewässers bislang verhindern. Nicht so leicht wird die Schadensbegrenzung im Erdreich werden: hier wird mit Wochen oder sogar Monaten gerechnet, derzeit wird versucht, die genaue Belastung nach dem Unfall zu klären. Experten gehen aber davon aus, dass sich die Auswirkungen des Ölunfalls noch über Jahre zeigen könnten.

Trinkwasserversorgung ist nicht in Gefahr

Aktuell gehe es darum, so viel des ausgetretenen Öls wie möglich zu binden und aus dem Gewässersystem heraus zu bekommen. Für das wichtige Wasserwerk in Moos stehen laut Erklärung der Werksleitung derzeit zwei Brunnen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Das Wasserreservoir sei groß genug, um die Trinkwasserversorgung in der Region auch in Zeiten von Trockenheit zu sichern. Im Wasserwerk Moos werden üblicherweise jeden Tag ca. acht Millionen Liter Wasser für die elf Gemeinden aufbereitet.

Die Tierkörperbeseitigungsanlage ist vom Wasserwerk in Moos rund 5 Kilometer entfernt, es liegt jedoch nicht in einem Wasserschutzgebiet. Wegen des Unfalls ermittelt derzeit auch die Polizei, es bestehe, so die Polizeidirektion Straubing, der Anfangsverdacht für ein Delikt der Wasserverunreinigung.

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