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Geflügel

Hühnerstall auf vier Rädern

von , am
17.06.2013

Vor zwei Jahren kauften sich die Schödlbauers für ihre Bio-Legehennen das erste Hühnermobil. Mittlerweile haben sie zwei mobile Ställe und 250 Hühner mehr, denn die Mobilhuhn-Eier sind gefragt.

 

Die Legehennen der Schödlbauers wohnen schon seit fast zwei Jahren in ihrem hühnereigenen Wohnmobil. Das hohe Alter sieht man den Hennen nicht an und sie haben immer noch eine Legeleistung von achtzig Prozent. "Das wäre früher unvorstellbar gewesen", sagt die Biobäuerin Elisabeth Schödlbauer. Die Entscheidung einen mobilen Hühnerstall anzuschaffen, haben die Schödlbauers nicht bereut. Im Gegenteil - bereits im Jahr darauf kauften die Biobauern einen zweiten Hühnerstall auf Rädern. Eine kostspielige, aber lohnende Investition laut Schödlbauers, denn es habe sich nicht nur der Ertrag verbessert, sondern auch die Arbeit sei leichter geworden. Vermarkter wie Verbraucher sind von der Haltungsform begeistert und besuchen die Hühner gerne mal in ihrem fahrbaren Domizil.

 

Konzept hat überzeugt

2011 wurde das erste Hühnermobil der Marke Weiland aus dem hohen Norden ins bayerische Oberhausen geliefert. Die Schödlbauers hatten es in einer Zeitschrift entdeckt. Das Konzept hat die Biobauern überzeugt und reichlich Grünland war auch vorhanden. So sind die damals 200 Legehennen von ihrem festen Wohnsitz in das Hühnermobil umgezogen. Mittlerweile haben die Schödlbauers 460 Hennen, die sie im Schnitt zweimal die Woche umsiedeln. Bei Regen verschmutzt der Auslauf schneller, da ziehen die Hennen etwas öfter um. Das Umsetzen des Hühnermobils ist eine Sache von fünfzehn Minuten. Auch im Winter dürfen die Hühner raus. Lediglich bei Schnee und Tiefsttemperaturen lassen die Schödlbauers das Mobil stehen und die Klappen zu. Eine Heizung sei nicht nötig, denn die Hühner produzierten genug Eigenwärme.

 

Leichter Entmisten

Die Hühner legen nicht nur besser und länger, sie sind auch deutlich weniger krank. Aber nicht allein das Haltungskonzept überzeugt. Das Mobil habe vor allem das Ausmisten deutlich erleichtert, so Frau Schödlbauer. Jetzt wird der Mist durch das Kotband automatisch abgerollt und in die Frontladerschaufel transportiert. Ein Arbeitsaufwand von einer Viertelstunde. Insgesamt widmen die Schödlbauers ihren Legehennen 1,5 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Aber auch nur, weil sie gern selbst vor Ort sind. Die Klappen lassen sich auch automatisch per Zeitschaltuhr öffnen. In den Hühnermobil lässt sich zudem eine Woche Futter lagern.

 

Hennenhaltung zum Herzeigen

Die Eier legen die Hennen in Nester aus Dinkelspelz. "Die sind zu 99 Prozent sauber" und gehen meist gleich in die Schachtel. Die Schödlbauers vermarkten ihre Eier direkt ab Hof und an Naturkostläden in der Region. Den Vermarktern hat Frau Schödlbauer ein Foto von ihren Hühnern und ihrem Wohnmobil geschickt. "Das wollen die Verbraucher sehen." Mittlerweile haben sich die Mobilhuhn-Eier rumgesprochen. Hin und wieder schauen Verbraucher vorbei, um sich persönlich ein Bild von dem Hühnerstall auf vier Rädern zu machen. Mit dem stabilen Eierabsatz und der guten Nachfrage, haben die Schödlbauers keine Sorge, dass sich die Investition nicht bezahlt macht.

 

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