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Geflügel

Illegale Käfigeier: Bundesrat berät über Kennzeichnungspflicht

von , am
15.12.2011

Berlin - Am morgigen Freitag berät der Bundesrat über die Kennzeichnungspflicht von verarbeiteten Eiern. Rheinland-Pfalz hatte beantragt, diese verpflichtend einzuführen.

Deutschland fördert den Export von Käfighaltungssystemen mit Steuergeldern. © www.landpixel.de
"Eine Änderung der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung ist längst überfällig. Der Antrag von Rheinland-Pfalz bietet die Chance, dem Willen von 80 Prozent der Verbraucher zu entsprechen", sagt dazu Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.
 
Durch die jetzige Kennzeichnung würden Verbrauchern in Nudel, Plätzchen oder EisEier aus Käfighaltung "untergejubelt". "Dass die Lebensmittelindustrie eine solche Kennzeichnung überwiegend fürchtet, überrascht nicht. Schließlich sind Hersteller von verarbeiteten Produkten die größten Verbraucher von Billig-Eiern aus Käfighaltung", kritisiert Ostendorff.
 
Seit der Einführung der Eier-Kennzeichnung 2004 habe der Kauf von Eiern aus Käfighaltung rasant abgenommen. In Deutschland ist die Haltung in Legebatterien bereits jetzt verboten, EU-weit ab 2012. Allerdings haben verschiedene Länder bereits im Vorfeld angekündigt, die Legebatterie-Haltung bis dahin nicht abschaffen zu können. Eier aus dieser Haltungsform sollen in die Verarbeitung wandern - und könnten über diesen Umweg (ungekennzeichnet) in deutschen Regalen landen. Nicht nur für Verbraucher, auch für die hiesige Geflügelbranche hätte das Nachteile: Eierproduzenten hatten bereits frühzeitig umgerüstet, können aufgrund der billigeren Produktion allerdings nicht mit den Preisen ausländischer Eier mithalten.

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