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Tierwohl

Initiative Tierwohl: Bundeskartellamt fordert mehr Transparenz

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Julia Eder, agrarheute
am
28.09.2017

Das Bundeskartellamt hat das Programm der Initiative Tierwohl bis Ende 2020 gestattet. Für den Geflügelbereich gibt es keine Einwände, wohl aber für den Schweinebereich.

Schwein im Stroh

Das Bundeskartellamt gestattet das Programm der Initiative Tierwohl bis Ende 2020. Gleichzeitig fordert das Amt mehr Transparenz für die Verbraucher. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte dazu: "Da mit der Initiative Tierwohl branchenübergreifend auch wettbewerbsrelevante Faktoren abgestimmt werden, müssen wir aber sicherstellen, dass der Verbraucher davon auch wirklich profitiert. Hierfür ist entscheidend, dass der Kunde in transparenter Art und Weise erkennen kann, welches Stück Fleisch nach welchen Tierwohlkriterien hergestellt wurde oder ob dies gerade nicht der Fall war. Nur wenn diese Transparenz gewährleistet ist, kann er seinen Einkauf entsprechend danach ausrichten."

Eine derartige Kennzeichnung sei bislang zwar für den Geflügelbereich geplant, nicht aber für Schweinefleisch, bemängelte die Wettbewerbsbehörde.

Kennzeichnung der Initiative Tierwohl auf Fleisch

Bei Geflügel soll der Verbraucher vom kommenden Jahr an anhand eines Labels erkennen können, ob das jeweilige Stück Fleisch nach Tierwohlkriterien produziert wurde und welche Vorteile für den Tierschutz mit der Initiative tatsächlich einhergehen. Eine solche Kennzeichnung ist hingegen laut Kartellamt bislang für den Bereich Schweinefleisch nicht geplant.

Übergangszeit bei Schweinefleisch bis 2020

Da die Einführung einer vergleichbaren Transparenz für den Verbraucher im Bereich Schweinefleisch schwieriger umzusetzen ist als bei Geflügel, wird das Bundeskartellamt die Vereinbarung nur für eine Übergangszeit bis zum Jahr 2020 dulden. Die Initiative Tierwohl muss allerdings möglichst bis Ende 2018 ein Konzept für die Einführung von mehr Verbrauchertransparenz ab dem Jahr 2021 vorlegen. Durch diese Übergangslösung können die fortgeschrittenen Planungen und Investitionen der Erzeuger geschützt werden, und die Initiative kann fortentwickelt werden.

"Wir beschäftigen uns bereits eingehend mit der Aufgabe, wie die Nämlichkeit auch bei Schweinefleisch erreicht werden kann", so Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. "Das Bundeskartellamt berücksichtigt mit seiner Entscheidung, wie komplex und herausfordernd der Weg dorthin ist. Der Zeitplan ist ambitioniert."

Initiative Tierwohl: 6,25 Cent je Kilogramm

Die Initiative Tierwohl ist ein Branchenbündnis aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel. Finanziert wird die Initiative hauptsächlich von den vier größten Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen. Dazu werden seit 2015 pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch derzeit vier Cent an die Initiative abgeführt, ab 2018 sollen es 6,25 Cent/kg sein. Mit diesem Geld werden Tierhalter für die Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen, wie insbesondere mehr Platz in Ställen, honoriert.

Mit Material von dpa, Initiative Tierwohl, Bundeskartellamt

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