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Ausblick

Initiative Tierwohl: Das sind die geplanten Änderungen

Schweine im Stall
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Katharina Krenn, agrarheute
am
19.01.2017

Die Initiative Tierwohl hat heute ihr Programm für die Jahre 2018 bis 2020 bekanntgegeben. Höhere Haltungsstandards und strengere Kontrollen sind geplant.

Mit jährlich rund 130 Millionen Euro geht die Initiative Tierwohl ab 2018 mit einem höheren Budget an den Start. Die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels haben vereinbart ihren Beitrag von bisher 4 Cent auf 6,25 Cent pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisches zu erhöhen. Außerdem haben sich die Branchenbeteiligten strengere Kontrollen und eine Anhebung der Haltungskriterien geeinigt.

„Wir haben aber in den letzten zwei Jahren und jetzt mit dem neuen Programm bewiesen, dass unser Vorgehen Schritt für Schritt für verbesserte Haltungsbedingungen über den gesetzlichen Standards sorgt. Das ist ein bedeutender Erfolg“, sagte Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl.

Das ändert sich ab 2018

  • Kriterien Schweinehaltung: 10% mehr Platz und ‚zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial‘ werden zu Pflichtkriterien.
  • Kriterien Geflügelhalter: Stallklima- und Tränkewasserchecks werden zu Pflichtkriterien.
  • Kennzeichnung von nicht verarbeitetem Geflügelfleisch , dass das Produkt aus einem Tierwohl-Betrieb stammt.
  • Besondere Förderung: künftig sollen innovative Kriterien separat gefördert werden können. Dafür steht ein separater Betrag zur Verfügung.
  • Engmaschigere Kontrollen: Bereits ab 2017 werden zusätzliche jährliche Kontrollen durchgeführt. Diese umfassen die Prüfung der Tiergesundheit sowie der korrekten Umsetzung der Kriterien und erfolgen vollkommen unangekündigt.

Tiergesundheitsindex nimmt Form an

Eine weitere Neuerung ist der Tiergesundheitsindex. Die Initiative Tierwohl hat bereits 2016 mit der Datenerfassung zur Tiergesundheit von Schweinen begonnen. Bis heute wurden ca. 65 Mio. Schlachtbefunddaten erfasst - dies ist die größte konsolidierte Datenerfassung ihrer Art.

2017 soll aus diesen Daten ein Tiergesundheitsindex entwickelt werden, der eine Vergleichbarkeit unter den teilnehmenden Betrieben ermöglicht, Rückschlüsse auf die Gesundheit der Tiere zulässt und Entwicklungen aufzeigt. Zudem soll so die Wirksamkeit der gewählten Kriterien auf das Tierwohl untersucht werden.

Auch die Ergebnisse aus der Lebendtierbeschau der beim Schlachtbetrieb angelieferten Tiere sollen erfasst werden, wodurch weitergehende Rückschlüsse über den Zustand der Tiere im Bestand möglich sind.

Nachrückende Betriebe

Mitte Januar 2017 konnten weitere 239 schweinehaltende Betriebe mit insgesamt 1,38 Millionen Tieren an der Initiative teilnehmen. Somit können inzwischen über 14 Mio. Schweine und knapp 235 Mio. Hähnchen und Puten von den Tierwohlmaßnahmen profitieren.

Mit Material von Intiwo
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