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Geflügel

Käfigverbot: Immer mehr französische Eierverarbeiter insolvent

von , am
22.05.2012

Paris - Frankreichs Eierverarbeiter geraten wegen des EU-weiten Verbots der Legehennenhaltung in Batteriekäfigen zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten.

Geflügelpest: In den Niederlanden ist erneut ein Legehennebetrieb betroffen. © Big Dutchman
Die Republik gehört zu den 15 EU-Mitgliedstaaten, die die Legebatterien zum Stichtag 1. Januar 2012 noch nicht vollständig abgeschafft und auf ausgestattete Käfige umgestellt hatten; die EU-Kommission hatte daraufhin ein Vertragsverletzungsverfahren gegen diese EU-Staaten eingeleitet.
 
Mit Blick auf die aktuelle Lage zeigte sich der französische Verband der eierverarbeitenden Betriebe (Syndicat national des industriels et professionnels de l’oeufs - Snipo) beunruhigt, nachdem mit dem bretonischen Unternehmen Atlantic Ovo bereits der fünfte Eierverarbeiter einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Aufgrund eines möglichen Verkaufs seien zum einen Arbeitsplätze in Gefahr; zum anderen seien die Lieferanten verunsichert, weil das Unternehmen sie nicht mehr bezahlen könne. Atlantic Ovo verarbeitet laut Snipo jährlich rund 200 Millionen Eier und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa zwölf Millionen Euro.

Gute Preise für Hennenhalter

"Der Eierpreis lag in der 17. Kalenderwoche bei 1,23 Euro je Kilo. Das ist ein Niveau, das noch niemals in einem entsprechenden Zeitraum erreicht wurde", betonte der Verband in einer Presseverlautbarung. "Die Einführung der ausgestatteten Legehennenkäfige und die daraus nachfolgende Krise sind die einzige Ursache für diese Situation", erklärte der Direktor von Atlantic Ovo, Alain  Le Pimpec.
 
Das Inkrafttreten der EU-Richtlinie habe in Frankreich einen Produktionsrückgang und eine Preiserhöhung bei Eiern ausgelöst. Snipo rechnet für das zweite Quartal 2012 weiterhin mit einer steigenden Tendenz. Während diese Situation den Landwirten gute Preise für ihre Eier beschert, sind die Eierverarbeiter in Sorge. Allerdings sind auch die Hennenhalter aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Verarbeiter alarmiert. Bereits im März hatte Snipo laut schweizerischen Medienberichten beklagt, dass aufgrund des Käfighaltungsverbots wöchentlich rund 21 Millionen Eier zu wenig produziert würden. 

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