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Geflügel

KAT: Immer mehr Hennen zertifiziert

von , am
15.11.2012

Bonn - Die Zahl der Mitglieder von KAT, des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V., wächst stetig. Zuletzt 350 Vermarkter, die an den LEH liefern, als Mitglieder gezählt.

Das KAT-Siegel "Herkunft der Eier: Kontrolliert durch KAT" für Eiprodukte
Insgesamt kontrolliert KAT in der Europäischen Union inzwischen rund 350 Vermarkter an den Lebensmitteleinzelhandel, circa 170 Futtermittelwerke und 70,5 Millionen Hennenplätze, davon allein fast 34 Millionen in Deutschland. Doch auch in den Niederlanden, Österreich und Belgien stieg die Zahl zertifizierter Hennenplätze stark an. Dies gab Geschäftsführer Caspar von der Crone kürzlich auf der Mitgliederversammlung des Vereins in Bonn bekannt.
 
"Die Zahl der KAT-Legebetriebe in Deutschland hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Doch nach wie vor gibt es EU-weit noch 50 bis 60 Millionen verbotener Käfigplätze", schätzt von der Crone ein. Umso wichtiger sei es daher, die Kennzeichnung verarbeiteter Eiern voranzutreiben. KAT führt seit letztem Jahr auch ein Siegel für Eiprodukte, um die Herkunft der verarbeiteten Eier sicherzustellen.

PCB-Monitoring gestartet

Auf der Veranstaltung wurden zudem die vermehrten Funde an Dioxinen und PCBs in der letzten Zeit diskutiert. KAT geht inzwischen noch über seine jährlichen Kontrollen hinaus: Im September startete der Verein ein Monitoring, für das jeder Betrieb eine Selbstbewertung an Dioxin- oder PCB-Risiken auf seinen Nutzflächen erstellte. "Die Ursachen von vier PCB-Funden konnten wir bereits eruieren. Farbanstriche im Stall sowie Teeraufbringungen im Außenbereich führten zu einer erhöhten Belastung", erläuterte Caspar von der Crone. Weitere mögliche Ursachen können zudem Flughäfen oder Industriegebiete in der Nähe, alte Feuerstellen oder Überschwemmungen darstellen.

Wie weit reicht das Risiko?

Eine Herausforderung für die Risikoeinschätzung ist, dass es noch keine ausreichenden Untersuchungen gibt, inwieweit erhöhte PCB- oder Dioxingehalte im Boden anschließend den Gehalt im Eifett beeinflussen. Dr. Helmut Schafft vom Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) erklärte, dass die für den Menschen tolerablen Aufnahmemengen dieser Stoffe den extrem niedrigen, gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalten gegenüberstünden. Dr. Bernd Diekmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE) betonte: "Bei bestimmten Nachweistechnologien führen wir einen Krieg gegen Windmühlen. Es kann nicht sein, dass der Halter bestraft werde, weil seine Biohennen historische Feuerstellen aufspüren."
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