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Vermarktung

KaufneKuh.de: So sieht Fleischverkauf im Internet aus

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Katharina Krenn, agrarheute
am
10.12.2015

Kaufnekuh.de ist die Idee eines holländischen Unternehmers. Über das Internet vertreibt er qualitativ hochwertiges Frischfleisch von Rindern. Jetzt bietet er auch Kuhfleisch von süddeutschen Bauern an.

Frisches Fleisch per Post - für viele ist das noch ungewohnt. Doch der Erfolg des Vermarktungs-Konzepts 'kaufnekuh' des holländischen Unternehmers Yvo van Rijen ließ nicht allzu lange auf sich warten. 2014 hat van Rijen angefangen, in Holland online Kühe beziehungsweise deren Fleisch zu verkaufen - bislang rund 400 Tiere. Seit einem Monat gibt es den Rindfleisch-Onlinehandel auch in Deutschland mit Sitz in Bayern. Seitdem gingen sechs Tiere über die virtuelle Ladentheke. "Wir sind bereit, das auszubauen", sagt der Niederländer. Konkrete Ziele nennt er allerdings nicht.

Landwirt Nolles Kuh steht zum Kauf

Der süddeutsche Landwirt Ralph Nolle nimmt an dem Vermarktungsmodell KaufneKuh.de teil. Seine Fleckvieh-Kühe werden über die Plattform verkauft. Das Konzept: Erst wenn die Kuh zu 100 Prozent verkauft ist, wird sie geschlachtet. "Das ist eine neue Art der Vermarktung, die wir ausprobieren wollten", sagt er. Noch sei man am Anfang - aber wenn die Resonanz gut sei, könne er sich durchaus vorstellen, noch mehr Kühe über die Internetseite anzubieten. "Die Tiere müssen allerdings der Anforderung von Kaufnekuh entsprechen - sie müssen schwer sein und zum Beispiel Futter aus eigenem Anbau bekommen."

Für 100 Euro 7 Kilo Rindfleisch

Für knapp 100 Euro können die Kunden auf www.kaufnekuh.de ein Fleischpaket von etwa sieben Kilogramm kaufen - mit Rindersteaks, Hackfleisch, Rouladen. Die Knochen werden zu Leim verarbeitet, die Häute zu Leder. Die Idee zum Fleischhandel via Internet sei aus "persönlicher Frustration" entstanden, sagt der Gründer Yvo van Rijen. "Ich war im Supermarkt, hatte eine Packung Fleisch in der Hand und habe mich gefragt: Woher kommt das?" Aus dieser Frage habe sich Kaufnekuh entwickelt. Kunden können für knapp 100 Euro ein Fleischpaket von etwa sieben Kilogramm kaufen - mit Rindersteaks, Hackfleisch, Rouladen. Die Knochen werden zu Leim verarbeitet, die Häute zu Leder.

'Chance für höhere Erlöse'

Baden-Württembergs Tierschutzbeauftragte Cornelie Jäger ist skeptisch, ob solche Anbieter es aus der Nische schaffen können. Kaufnekuh sei eine nette Vermarktungsidee, sagt ein Sprecher des Verbandes. "Das spielt auch in die richtige Richtung: auf Qualität zu achten." Neu sei die Idee aber nicht. Im Internet gibt es bereits andere Händler mit ähnlichen Angeboten, etwa die Seiten Pickapig.de oder MeinekleineFarm.org. Jäger hält solche Projekte trotzdem für interessant, weil die Bauern dabei im Schnitt mehr verdienen könnten. "Wir haben einen sehr selektiven Fleischverbrauch, der Markt ist sehr ungleich", sagt sie. Mit Edelteilen könne man zwar einen vergleichsweise passablen Preis erzielen.

 

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