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Antibiotikaresistenzen

Klöckner: Geflügelhalter sollen weniger Antibiotika einsetzen

am
17.07.2019
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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner drängt die deutschen Geflügelhalter, den Einsatz von Antibiotika bei der Mast von Hühnern und anderem Geflügel zu reduzieren.

Bis September solle die Geflügelwirtschaft eine Strategie vorlegen, die zu einer «signifikanten Reduktion» führt, hieß es am Mittwoch aus dem Bundesagrarministerium, wo die CDU-Politikerin sich mit Staatssekretär Thomas Steffen aus dem Bundesgesundheitsministerium und Vertretern der Branche getroffen hatte. Es gebe schon Betriebe, die in der Geflügelmast ganz ohne Antibiotika auskämen.

Der Antibiotika-Einsatz in Ställen ist nach amtlichen Daten gesunken, bei Geflügel werden aber weiterhin viele sogenannte Reserveantibiotika verabreicht. Klöckner hatte bei Bekanntgabe der Zahlen im Juni gesagt, der hohe Anteil bei Geflügel sei nicht akzeptabel, und die Branche zum Handeln aufgefordert - ansonsten drohten gesetzliche Schritte.

Marburger Bund fordert schnelles Handeln

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund drängt die Politik zum Handeln: «Der massive Einsatz von Reserveantibiotika in der Geflügelmast macht uns Ärzten große Sorgen. Wir brauchen diese Arzneimittel für die Therapie schwerer Infektionen, die mit konventionellen Substanzen nicht mehr behandelt werden können», sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wenn es keinen freiwilligen Verzicht gebe, müsse man den Verbrauch verbieten oder zumindest auf klar umgrenzte Einzelfälle gesetzlich einschränken.

Mit Material von dpa
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