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Kükentöten

Klöckner will Kükentöten bis 2021 per Gesetz verbieten

Julia Klöckner will Kükentöten per Gesetz verbieten
am Dienstag, 14.07.2020 - 10:09 (3 Kommentare)

Lange setzte Bundesagrarministerin Julia Klöckner auf freiwillige Vereinbarungen mit der Geflügelbranche. Jetzt will Klöckner das Töten männlicher Küken per Gesetz verbieten.

Als Begründung sagte sie zur Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): „Da ich bislang nicht erkennen konnte, dass die Branche die bestehenden Alternativen auch nutzt, um das Kükentöten bis Ende 2021 flächendeckend zu beenden, lege ich ein Gesetz vor.“

Damit werde sie „das Töten frisch geschlüpfter männlicher Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen stufenübergreifend und flächendeckend verbieten“, so Klöckner. Ein Gesetz dazu sei in Arbeit, sagte eine Sprecherin der Bundeslandwirtschaftsministerin.

45 Millionen vergaste männliche Küken

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Julia Klöckner verwies als Alternativen zur Tötung der Küken auf die Geschlechtsbestimmung im Ei, die das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert, oder das sogenannte Zweinutzungshuhn. Dabei werden die männlichen Küken gemästet, um später gegessen zu werden.

Ein weiterer Ansatz ist, für Mast und die Eierproduktion dieselbe Hühnerrasse zu verwenden. Bisher werden aber immer noch allein in Deutschland jährlich rund 45 Millionen männliche Küken getötet, da sich ihre Aufzucht nicht lohnt.

Kükentöten: Geflügelbranche kritisiert Verbot

2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass das Kükentöten in der Legehennenzucht nur noch für eine Übergangszeit zulässig ist. Die Praxis darf weitergehen, bis Brutbetrieben Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen.

Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG), warnte vor einem Verbot. Klöckner würde mit einem Gesetz „falsche Tatsachen vortäuschen, und das Kükentöten für in Deutschland genutzte Jung- und Legehennen würde im Ausland weitergehen“, sagte Ripke zur NOZ.

Welche Alternativen zum Kükentöten will die Geflügelbranche?

Küken-tummeln-sich-im-Stall

Ripke warb stattdessen für eine Branchenvereinbarung, an der sein Verband und der Handel arbeiten. Darin soll festgehalten werden, dass alle bestehenden Alternativen genutzt werden, um künftig auf das Kükentöten zu verzichten.

Ripke sagte: „Wir schaffen es damit bis Ende 2021, den Brüdern der dann in Deutschland geschlüpften rund 30 Millionen Junghennenküken das Leben zu retten.“ Im Jahr 2023 würden demnach nur noch Legehennen in Ställen leben, bei deren Aufzucht keine männlichen Tiere getötet wurden.

Mit Material von dpa, Presseportal, Neue Osnabrücker Zeitung

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