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Tierschutz

Kompetenzkreis Tierwohl: Das steht im Abschlussbericht

Agrarminister Christian Schmidt
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Katharina Krenn, agrarheute
am
16.09.2016

Der Kompetenzkreis Tierwohl hat dem Bundesagrarminister seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin gibt der Expertenkreis konkrete Handlungsempfehlungen.

Der Kompetenzkreis Tierwohl schlägt in seinem Abschlussbericht ein Bund-/Länder-Programm 'Tierschutz' vor - primär finanziert über die GAK. Darin sollte vorgesehen sein, nur noch Ställe zu fördern, die eine besonders tiergerechte Haltung und damit bessere Ausübung arteigenen Verhaltens ermöglichen. Insbesondere sollen Ställe gefördert werden, die geeignet sind, Tiere ohne nicht-kurative Eingriffe zu halten und die Weiterentwicklungen (z.B. flexible Unterteilungen) erlauben.

Geforderte Kriterien sind:

  • Zugang zu verschiedenen Klimazonen, vorzugsweise Außenklima
  • Angebot unterschiedlicher Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen
  • Angebot von Einrichtungen, Stoffen und Reizen zur artgemäßen Beschäftigung, Nahrungsaufnahme und Körperpflege
  • Angebot von ausreichend Platz
  • keine dauerhafte Fixierung von Tieren

Tiertransporte verbessern

Der Kompetenzkreis begrüßt die Initiative des BMEL, auf Ebene der EU das Recht der Tiertransporte weiter zu entwickeln. Die Experten halten es für notwendig die amtlichen Kontrollen zu erhöhen und ein länderübergreifendes Kontrollkonzept aufzulegen. Dringend notwendig seien auch Verbesserungen der klimatischen Verhältnisse und Temperaturregelung in den Transportern. Eine regelmäßige Nachschulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tiertransportunternehmen, die mit Tieren umgehen, wird als erforderlich angesehen.

Rolle des Lebensmittelhandels

Die Abnehmer von Lebensmitteln tierischer Herkunft sollen besondere Leistungen beim Tierwohl aktiv unterstützen. Dem Einzelhandel komme dabei eine besondere Rolle zu. Die Empfehlung:

  • Das Ministerium sollte baldmöglichst einen Branchengipfel mit allen Marktbeteiligten zum Tierwohl einrichten.
  • Zudem soll das BMEL die Verbraucheraufklärung im Bereich Tierschutz stärken,
  • und seine Kommunikation hinsichtlich der privatwirtschaftlichen Tierschutzlabel ausbauen.
  • Ein staatliches Tierschutzlabel wird als weitere geeignete Maßnahme angesehen, um Verbrauchern Orientierung zu geben.

Projekt "Schweinestall der Zukunft"

Der Kompetenzkreis betonte außerdem den Wunsch nach der Förderung eines "Schweinestalls der Zukunft", anhand dessen beispielhaft dargestellt werden könne, wie eine nachhaltige tiergerechte Haltung aussehen kann. Landwirte, die derzeit vor Investitionsentscheidungen stehen, bräuchten eine solche Orientierung, heißt es im Bericht.

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