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Geflügelhaltung

Kükentötung: Bundesregierung lehnt gesetzliches Verbot ab

© Mühlhausen/landpixel
AgE/agrarheute
am
16.11.2015

Die Bundesregierung lehnt ein gesetzliches Verbot zur Tötung männlicher Küken ab. Das wurde in der Kabinettssitzung am Mittwoch beschlossen.

Wie AgE berichtet, wurde die Forderung des Bundesrates, das Töten männlicher Eintagsküken gesetzlich zu verbieten, von der Bundesregierung abgelehnt. Das geht aus der Gegenäußerung zum Gesetzentwurf der Länderkammer für eine Änderung des Tierschutzgesetzes hervor, die das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch beschlossen hat.

Schmidt: Geflügelhaltung nicht ins Ausland verlagern

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt warnte nach der Kabinettsitzung, dass ein Verbot ohne Alternative die Geflügelhaltung lediglich ins Ausland verlagern würde. Dort aber hätte man keinen Einfluss mehr auf Fragen rund um das Tierwohl, die Haltung und das Töten männlicher Eintagsküken, so der CSU-Politiker. Darüber hinaus mache man sich durch ein Verbot vom Import abhängig.

Forschung zur Geschlechterbestimmung im Ei

Schmidts Ziel sei es weiterhin, das Töten männlicher Eintagsküken 2017 zu beenden. Dabei verwies er auf Forschungsarbeiten der Universität Leipzig zur Geschlechterbestimmung im Ei, wodurch eine praxistaugliche Alternative für Geflügelerzeuger entwickelt werden soll.

Mit einer solchen Methode greife automatisch das aktuell geltende Tierschutzgesetz, womit das Töten männlicher Eintagsküken auch ohne eine weitere Gesetzesänderung verboten wäre, so der Minister.

Rückkehr des Zweinutzungshuhns

Christina Jantz, Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, sieht die angestrebte Geschlechtsbestimmung im befruchteten Hühnerei allerdings etwas verhaltener. Dies könne nur einen Zwischenschritt darstellen, wobei das eigentliche Ziel die flächendeckende Rückkehr des Zweinutzungshuhns sei. Die SPD-Politikerin fordert laut AgE eine Intensivierung der Forschung in diese Richtung.

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