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Geflügelpest

Kükentötungen: Haben Brütereien gegen den Tierschutz verstoßen?

Putenküken
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Katharina Krenn, agrarheute
am
03.02.2017

Niedersachsen prüft derzeit, ob es sich bei der Tötung von über 550.000 Putenküken im Zusammenhang mit der Vogelgrippe um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt.

Im Zusammenhang mit der Vogelgrippe-Epidemie in 2016/2017 wurden nach Angaben der betroffenen Landkreise insgesamt 557.771 Putenküken getötet, davon 259.824 im Jahre 2016 und 297.947 im Jahre 2017.

Laut einer schriftlichen Antwort des Agrarministers Christian Meyer auf eine mündliche Anfrage von CDU-Abgeordneten,  wurden „die zuständigen Veterinärbehörden der Landkreise Cloppenburg und Oldenburg-Land aufgefordert, die bekannt gewordenen Tötungen in Bezug auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu prüfen und ggf. Ordnungswidrigkeiten-Verfahren einzuleiten oder die Vorgänge an die zuständige Staatsanwaltschaft abzugeben.“

Brütereien bleiben auf Putenküken sitzen

Die mündliche Anfrage der Abgeordneten Helmut Dammann-Tamke, Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, Hans-Heinrich Ehlen und Frank Oesterhelweg (CDU) bezieht sich auf eine Meldung der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die berichtete, dass hunderttausende Küken in Niedersachsen getötet worden seien, weil es aufgrund der Geflügelpest keine Vermarktungsmöglichkeiten gab.

Keine weiteren Kükentötungen zu erwarten

In dem NOZ-Bericht gaben Brütereien an, dass auch kein Export möglich sei. Es seien nun laut Minister Meyer Absprachen zwischen den Mitgliedstaaten sowie mit Drittländern getroffen worden, dass ein Verbringen bzw. Export von Eintagsküken unter gewissen Bedingungen möglich ist. Darüber hinaus hätten Brütereien ihre Bruteierkapazitäten reduziert bzw. in andere Brütereien außerhalb der Restriktionszonen verlagert.

Zudem, heißt es weiter, liege eine der Brütereien aktuell nicht mehr in einem Beobachtungsgebiet. „Vor diesem Hintergrund geht die Landesregierung davon aus, dass mit weiteren Tötungen von Eintagsküken nicht zu rechnen ist.“

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