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Geflügel

Längere Frist für Legehennenkäfige gefordert

von , am
06.10.2010

Brüssel/Berlin - Während Deutschland und Österreich schon lange vor der EU-Frist die herkömmlichen Käfige abgeschafft haben, machen verschiedene andere Mitgliedstaaten jetzt geltend, sie könnten den EU-Zeitrahmen nicht einhalten.

© agrarfoto.com

Eine Verlängerung der Umsetzungsfristen für den Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung über den 1. Januar 2012 hinaus hat die Europäische Union des Großhandels mit Eiern, Eiprodukten, Geflügel und Wild (EUWEP) gefordert.

Laut EUWEP-Schätzungen werden bis 2012 noch rund 30 Prozent der europäischen Legehennen in herkömmlichen Käfigen gehalten werden. Der Verband entwirft das Szenario, dass ab Januar 2012 täglich 83 Millionen Eier unverkäuflich wären.

BDE: Vorschläge inakzeptabel

Der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) äußerte sich verärgert über eine mögliche Aufweichung der Übergangsfrist "Es ist für uns als deutsche Eierwirtschaft unerträglich, wie von einzelnen Produktionsländern, maßgeblich aus Süd- und Osteuropa, versucht wird, die gesetzlich geregelte Übergangsfrist aufzuweichen und zu verlängern" erklärte Dr. Bernd Diekmann, Vorsitzender des BDE und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

Rechtzeitige Umstellung darf nicht bestraft werden

Mit enormem finanziellem Aufwand von über 500 Millionen Euro habe die deutsche Eierwirtschaft ihre Umstellung bereits vollzogen und dürfe dafür nicht bestraft werden. Bereits 1999 sei der europäische Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung mit der EU-Hennenhaltungsrichtlinie beschlossen worden. Die derzeitige Wettbewerbsverzerrung sei nicht hinnehmbar und daher eine Aufweichung der Übergangsfrist absolut inakzeptabel.

Bessere Kennzeichnung gefordert

Der Umstand, dass in Deutschland nur noch Eier in modernen und tiergerechten Haltungssystemen erzeugt würden, solle dem Verbraucher eindeutig vermittelt werden, erklärte Diekmann. Die deutsche Herkunft dürfe nicht nur am Erzeugercode, der auf das Ei aufgedruckt sei, sondern solle schon an der Eierverpackung erkennbar sein. Das hatten auch der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gefordert. Vielen Verbrauchern sei nicht bewusst, dass die Kennzeichnung auf dem Ei eine andere sein könne als auf der Verpackung, betonte der DBV. So informiere der Aufdruck auf der Verpackung nur über die Packstelle und nicht über den Produktionsort. (AgE)

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