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Niedersachsen

Landesregierung erleichtert Abschuss von Wildschweinen und Nutria

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Dagmar Deutsch, agrarheute
am
13.06.2018

Um auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet zu sein, gab die niedersächsische Landesregierung einen Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz frei.

Wenn in Niedersachsen die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausbricht, solle es erlaubt sein, in betroffenen Gebieten alle Wildschweine zu töten. Das soll die Ausbreitung des Erregers verhindern. So steht es in einem Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG), den die niedersächsische Landesregierung zur Verbandsbeteiligung freigab. Die Änderungen folgen dem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag. Demnach soll die Gefahr eines Ausbruchs der ASP eingedämmt werden.

Abschuss aus dem Auto

Zudem will die Landesregierung erlauben, Wildschweine während der Maisernte aus dem Auto zu schießen.  Auch sieht die Gesetzesänderung vor, das Verbot von Schalldämpfern bei der Jagd aufzuheben. Wer einen Schalldämpfer einsetzen möchte, muss dessen Notwendigkeit jedoch glaubhaft gegenüber der zuständigen Waffenbehörde nachweisen. Weitere vorgeschlagene Änderungen sind darüber hinaus ein allgemeines Fütterungsverbot und der Ausschluss des Wildschadensersatzes bei Jagdverboten. Zudem sollen Revierinhaber, die sich nicht an revierübergreifenden Drückjagden beteiligen, unter bestimmten Bedingungen überjagende Hunde dulden müssen.

Elterntierschutz bei Nutria soll aufgehoben werden

Bei den vorgeschlagenen Änderungen für das Jagdgesetz spielt neben dem Wildschwein auch die Nutria eine Rolle. Deren landesweite Bejagung soll deutlich intensiviert werden. Die invasive Art wühlt an Deichen und Dämmen. So verursacht sie vermehrt Schäden und gefährdet den Hochwasserschutz. Bisher haben niedersächsische Jäger 24.000 Tiere erlegt, konnten damit den Zuwachs jedoch nicht eindämmen. Weil bei weiblichen Elterntieren das Gesäuge nicht zu sehen ist und die Nutria ganzjährig Jungtiere werfen kann, soll der Elterntierschutz aufgehoben werden. Dies soll als Ausnahmeregelung im Niedersächsischen Jagdgesetz verankert werden. Zusätzlich sehen die Änderungsvorschläge weitere Erleichterungen vor, um die Nutria legal zu bejagen.

Mit Material von Niedersächsische Staatskanzlei

Diese invasiven Tiere sind in Deutschland etabliert

Amerikanischer Ochsenfrosch
Jagdfasan
Kanadagans
Marderhund
Nandu
Nilgans
Nutria
Rostgans
Sibirisches Streifenhörnchen
Sikahirsch
Waschbär
Amerikanischer Nerz
Kanadischer Biber
Bisamratte
Halsbandsittich
Schwanengans
Großer Alexandersittich
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