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Niedersachsen

Landvolk: Güllenotfallplan bringt nur wenig Entspannung

Gülle auf Gründüngung
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Eva Eckinger, agrarheute
am
14.12.2017

Wegen der anhaltenden Nässe lockerte Niedersachsen die Gülle-Sperrfrist bis zum 20. Dezember. Doch die Aussichten sind nicht gerade rosig. Gegenwind kommt auch von den Grünen.

Zahlreiche Betriebe konnten im Herbst kaum ihren hofeigenen Dünger ausbringen, weil die Flächen unbefahrbar waren, berichtet das Landvolk. Deshalb lockert Niedersachsen nun die Sperrfrist bis zum 20. Dezember. Am 14. Dezember hat das Ministerium auf die Notlage reagiert: Das steht im Havarie-Erlass.

Auch in Schleswig-Holstein war vergangene Woche ein Notfallplan für die Gülle beschlossen worden. Agrarheute berichtete.

Akute Notlage im Bereich Güllelagerung

Viele Betriebe befänden sich laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einer "akuten Notlage im Bereich Güllelagerung". Die außergewöhnlichen Regenmengen im Herbst ließen ein Befahren der Flächen oder das Ausbringen von Wirtschaftsdünger nicht zu. Jetzt kommen die ersten Betriebe an die Grenzen ihrer Lagerkapazitäten, so das Landvolk.

Bedingungen für Ausnahmegenehmigung

Nun wurde die Ausbringungssperrfrist aufgehoben und Landwirte können bis zum 20. Dezember "für dünnflüssige Düngemittel mit weniger als zwei Prozent Trockensubstanz" kurzfristig eine Aufhebung der Sperrfrist beantragen, erklärt das Landvolk Niedersachsen.

Die Bedingungen sind detailliert auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen  (LWK) erläutert.

Notsituationen bei der Güllelagerung

Auf der Homepage der LWK lässt sich auch gleich das Antragsformular downloaden. Die Landwirtschaftskammer rät Betriebsleitern, in Notsituationen bei der Güllelagerung zuerst Kontakt mit der für den jeweiligen Landkreis zuständigen Unteren Wasserbehörde aufzunehmen. Diese könne dann in Zusammenarbeit mit der Düngebehörde im Einzelfall Genehmigungen mit spezifischen Auflagen aussprechen.

Ausnahmeregelung entspannt Situation nur wenig

Doch das Landvolk vermutet, dass die Ausnahmeregelung den betroffenen Betrieben wohl nur wenig Luft zu verschaffen wird. Wo die Flächen nicht befahrbar seien, werde sich die Situation angesichts der Wetterlage wohl auch bis zum 20. Dezember nicht verbessern.

Auf Nachfrage des Landvolks bestätigte das Landwirtschaftsministerium, dass die Lage „weiter problematisch“ bleiben werde und man die Situation "mit höchster Aufmerksamkeit" verfolge. Weitere Maßnahmen seien am Dienstag jedoch nicht in Aussicht gestellt worden.

Die Grünen: Nitratproblem im Grundwasser werde verschärft

Die Grünen-Agrarsprecherin Miriam Staudte forderte indes: "Dieser Erlass muss gestoppt werden. Man hat den Eindruck, dass die neue Ministerin Barbara Otte-Kinast unkritisch alles genehmigt, was die Landwirtschaftslobby an sie heranträgt! [...]

Es ist allerdings sinnvoller, Notlager wie in Schleswig-Holstein zu genehmigen, statt die Ausbringung außerhalb der Wachstumsperiode zu bewilligen. Mit dieser Maßnahme verschärft die Ministerin das Nitratproblem im Grundwasser statt es zu lösen."

Mit Material von Landvolk, Miriam Staudte.de

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