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Konnte Rechnungen nicht bezahlen

Landwirt in finanzieller Not: 185 Kälber begraben

Rinder auf einer Weide in Dänemark
am Mittwoch, 05.05.2021 - 05:05 (2 Kommentare)

Weil er sich die Tierkörperbeseitigung nicht leisten konnte, hat ein dänischer Landwirt in seiner Not 185 Kälber auf seinem Feld begraben. Nun wurde er verurteilt.

Wie die Zeitung „JydskeVestkysten“ (JV) berichtet, hat ein Landwirt aus der Gemeinde Haderslev in Dänemark insgesamt 185 Kälber auf seinen Feldern begraben. Nun erfolgte die Gerichtsverhandlung.

Dort erklärte er, dass es sich um eine finanzielle Notlage gehandelt habe und dies deshalb sein letzter Ausweg gewesen sei. Er habe das Geld für die Beseitigung der Tierkörper durch ein Unternehmen nicht mehr aufbringen können.

Landwirt offenbart tragische Geschichte

Dem 45-jährigen Landwirt wurde ursprünglich vorgeworfen, zwischen dem 28. April 2017 und dem 12. Februar 2019 555 tote Schlachtkälber auf seinen Flächen vergraben zu haben, um sich zu „bereichern“.

Vor Gericht aber stellte sich die Sache dann anders dar. Der Mann habe nicht aus Geldgier so gehandelt, sondern sah sich von seinem Finanzinstitut gezwungen, seine eigene Moral und das Gesetz zu kompromittieren, so die JV.

Landwirt mit hohen Schulden: Tiere wichtiger

Er habe sich immer an die Vorschriften gehalten. Bis zum April 2017, als er die Rechnung für den Abdecker schließlich nicht mehr bezahlen konnte.

Der Betrieb hatte hohe Schulden und so stellte sich der Landwirt die Frage: „Was war wichtiger? Dass es meinen Tieren gut ging. Also kratzten wir das Geld für die Dinge, die wir brauchten, wie Futter und Strom, zusammen." schildert er laut JV vor Gericht die Situation.

Bank habe Landwirt Hilfe verweigert

Er erklärte seiner Bank die Sachlage und hoffte, dass sie ihm helfen könnten, das Geld für die Bezahlung des Abdeckers aufzutreiben. Er habe dem Finanzinstitut direkt gesagt, dass er die toten Tiere nicht auf seinem Grundstück liegen und verrotten lassen könne. Doch das sei ihnen egal gewesen. Also blieb ihm nur dieser Ausweg.

Diese Entscheidung verfolge ihn noch heute, beteuerte er laut Zeitungsbericht. Heute wisse er, dass er dies nicht hätte tun sollen. Sein Urteilsvermögen sei aber beeinträchtigt gewesen, weil er unter unglaublichem finanziellen Druck stand.

Kälber in Feld begraben: Ohrmarken gefunden

Die ursprüngliche Anklage lautete, wie bereits oben erwähnt, auf 555 Kälber, aber der Landwirt bekannte sich nur schuldig, 185 Kälber in einem abgelegenen Feld auf seinem Land vergraben zu haben. Alle seine Schlachtkälber seien mit Ohrmarken versehen gewesen - und davon hatten die Behörden 185 Stück ausgegraben. Die Todesursache der Kälber ist nicht bekannt.

Aufgrund der Aussage des Landwirts verurteilte der Richter Leon Fredgaard ihn zu einer Geldstrafe von 35.000 dänischen Kronen (circa 4.700 Euro).

Drohende Haftstrafe für Landwirt

15.000 Kronen (circa 2.000 Euro) dieser Strafe muss er bezahlen, weil er eine Pflanzenschutzspritze genutzt hatte, für die er nicht das erforderliche Zertifikat der technischen Überprüfung hatte. Diese ereignete sich zur gleichen Zeit - er habe sich Kosten für die Zulassung der Spritze nicht leisten können.

Der Landwirt hat im Februar 2019 Konkurs angemeldet, die Konkursmasse ist jedoch noch nicht abgewickelt. Sollte er die Strafe nicht bezahlen können, muss der 45-Jährige eine 20-tägige Haftstrafe verbüßen.

Mit Material von JydskeVestkysten

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