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Neuseeland

Landwirte sollen für Treibhausgase zahlen

Milchkuh auf der Weide
von am
19.09.2017

Im neuseeländischen Wahlkampf wird das Thema Klimaschutz heiß diskutiert. Die oppositionelle Labourpartei will die Landwirtschaft für den Ausstoß von Methan – und Lachgasen zur Kasse bitten.

Bis 2050 solle Neuseeland ein CO2-neutrales Land sein, kündigte Spitzenkandidatin Jacinda Ardern von der oppositionellen Labourpartei vergangene Woche an. Ihr werden Chancen eingeräumt, die Regierung des amtierenden Premierministers Bill English von der Nationalpartei abzulösen. Dazu müsse auch die Landwirtschaft, die aufgrund des Ausstoßes von Methan- und Lachgas für fast die Hälfte der neuseeländischen Treibhausgasemissionen verantwortlich sei, einen Beitrag leisten und in den Emissionshandel einbezogen werden.

Bereits während der Regierungszeit im Jahr 2008 hatte die Labourpartei einen entsprechenden Gesetzentwurf durch das Parlament gebracht. Dieser war aber von der nachfolgenden konservativen Regierung nicht umgesetzt worden. Laut Ardern soll die Landwirtschaft ab 2020 für Treibhausgasemissionen zahlen, wobei zu Beginn nur 10 Prozent des Verschmutzungspreises zu entrichten seien. Dieser Anteil solle sich aber schrittweise erhöhen.

Die Einbeziehung der Landwirte in den Emissionshandel sei der falsche Weg

Auch die Farmer wollten den Klimaschutz voranbringen, erklärte der neuseeländische Bauernverband (FFNZ). Jedoch sei die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel der falsche Weg. Dies würde die Tierhalter im ersten Jahr mindestens 83 Mio. New Zealand Dollar (umgerechnet circa 51 Mio. Euro) kosten. In der Endstufe würden sich die Kosten auf 830 Mio. New Zealand Dollar (etwa 510 Mio. Euro) belaufen und einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Konkurrenten am Weltmarkt bedeuten.

Der Klimaexperte des neuseeländischen Bauernverbandes Andrew Hoggard warnte davor, dass so Produktion ins Ausland abwandere, wo die Erzeugung weniger klimafreundlich erfolge. Er forderte daher die Labourpartei auf, mehr Geld in die Forschung zur Reduzierung der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen zu stecken. Dabei habe es bereits Fortschritte in Bereichen wie Methaninhibitoren, Zuchttechniken und Impfstoffe gegen Methanausstoß gegeben, die aber noch ausgebaut werden müssten. Die weltweit alleinige Einbeziehung der der neuseeländischen Landwirte in den Emissionshandel würde außer höheren Kosten für die Farmer dagegen nichts bewirken.

Mit Material von Agra Europe (AgE)
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