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Insektenfütterung

Landwirtschaft der Zukunft: Füttern mit Insekten

Hand-Insekten-getrocknet
am Freitag, 03.07.2020 - 11:31 (Jetzt kommentieren)

Um Nutztiere in der Zukunft unabhängiger von Weltmarkt und Ackerflächen füttern zu können, braucht es Strategien. Eine von ihnen ist das Verfüttern von Insekten als alternative Eiweißquelle.

Insekten als alternative Proteinquelle bei Nutztieren einzusetzen ist schon länger bekannt. Dennoch ist das Verfüttern von verarbeiteten, tierischen Proteinen an Nutztiere laut EU-Verordnung verboten. Sie ist zurzeit nur in der Aquakultur erlaubt. Laut Anfrage der FDP vom 10. Januar 2020 liegt den Mitgliedsstaaten ein Skript der EU vor, dass das Verfüttern definierter Insektenspezies, wie der schwarzen Soldatenfliege, in Zukunft auch bei Geflügel erlauben soll. Doch bis das Insektenprotein endgültig in der deutschen Nutztierfütterung angekommen ist, wird es noch lange dauern.

Wiesenhof steckt seit Jahren im Prozess

Um seine Nachhaltigkeitsbestrebungen nach alternativen Eiweißquellen zu erfüllen, kooperiert Wiesenhof bereits seit 2018 mit Enterra. Das kanadische Unternehmen, gilt als weltweit führend im Bereich der Insektenproduktion. Neben politischen Problemen gibt es laut Marcus Keitzer (PHW-Vorstand, Wiesenhof) viele weitere Herausforderungen bis Insekten im Futter in Deutschland zugelassen werden. Die Insektenfütterung muss besonders im Bereich der Tiergesundheit und des Tierwohls noch weiter erforscht werden. Zudem könnten später Probleme mit der Verfügbarkeit einer gleichbleibenden Qualität des Insektenproteins und eines umsetzbaren Einkaufspreises bestehen.

Göttinger Universität forscht weiter

Hänchenfleisch-Plastikschalen

Auch die Uni Göttingen hat sich mit Insekten als Futtermittel beschäftigt. In einem Versuch wurden unter anderem die Wuchsleistung, Fleischbeschaffenheit und sensorische Eigenschaften untersucht. Die 132 Hähnchen wurden hierbei mit Mehl aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege gefüttert. Als Ergebnis kam heraus, das diese Methode als Alternative für Soja geeignet ist und den Geschmack nicht beeinflusst.

Schritt in mehr Nachhaltigkeit

Das Verfüttern von Insekten ist vor allem im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Futtererzeugung relevant. So ernähren sich die Larven der schwarzen Soldatenfliege von Resten wie Apfeltrester oder Rübenschnitzel. Falls Insekten in naher Zukunft als Futtermittel zugelassen werden, dürfen sie nur zertifizierte Nahrung erhalten. Wirklich nachhaltig wäre der Einsatz von Insekten in der Nutztierfütterung aber erst, wenn sie Reststoffe verwerten dürfen. Die Bundesregierung plant im Jahr 2020 Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro für Forschung- und Entwicklungsprojekte mit Bezug auf Insektenprotein auszugeben.

Mit Material von Wiesenhof; Uni Göttingen

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