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Bio-Siegel

Lebensmittelcheck von Tim Mälzer: Das sagen unsere Leser

Tim Mälzer und seine Sendung Lebensmittelcheck
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Eva Eckinger, agrarheute
am
06.12.2017

Laut Tim Mälzer garantierten nur die Siegel der Bio-Verbände artgerechte Tierhaltung. Wir wollten von unseren Lesern wissen, was sie von dieser Aussage halten.

In Tim Mälzers TV-Sendung "Lebensmittelcheck: Wie gut ist unser Essen?" ging es am Montag auch um die Landwirtschaft und die Haltungsbedingungen von Nutztieren in Deutschland. Der TV-Koch gibt in der Show sowie auf der ARD-Homepage unter anderem auch Tipps, um "besser einzukaufen und besser zu leben". Hervorgestochen ist dabei der letzte Punkt:

  • Tierschutz kostet. Billiges Fleisch kann nicht von artgerecht gehaltenen Tieren stammen. Nur die Siegel der Bio-Verbände garantieren artgerechte Tierhaltung.

Wir wollten von unseren Facebook-Usern wissen, was sie von dieser Aussage halten.

Sendung sei ideologiefrei gewesen

Dirk G. ist ganz auf der Seite von Tim Mälzer. Er ist überzeugt, dass nur die Siegel der Bio-Verbände artgerechte Tierhaltung garantieren. Alles andere, zum Beispiel Tierwohl oder Regional, sei für ihn nur Werbung und Kundentäuschung. Auch Daniel G. findet: "Die Aussage ist korrekt. [...] Er sagt nicht aus, dass nur Bio artgerecht sein kann. Die Initiative Tierwohl und andere Siegel des Handels sind aber Blenderei."

Die Sendung fand er insgesamt ausgewogen, ideologiefrei und voll im Sinne der heimischen Bauern. Auch der konventionellen, so Daniel.

Konträr: Wölfe und Forderung von artgerechter Weidetierhaltung

Maike S. findet Mälzers Aussage sehr fragwürdig. Auf der einen Seite werde immer nach Fleisch aus artgerechter Weidetierhaltung gerufen, kaufen würden es aber die wenigsten. Was aus Maikes Sicht völlig konträr zur Forderung stehe, ist die Wiedereinwanderung der Wölfe, die eine Weidetierhaltung fast unmöglich mache.

Bio-Siegel seien häufig nur Marketing

Marten B. ist hier anderer Meinung als Tim Mälzer. Er schreibt: "Leider garantieren auch viele Bio Siegel nicht das, was sie versprechen. Auch diese sind häufig nur Marketing." Stephan L. stimmt ihm hier zu. Das habe ihn an diesem Beitrag auch gestört. Zwar wurden viele sehr richtige Kritikpunkte genannt, aber ständig auf Bio zu verweisen und dass dort ja alles super ist, sei eben auch "vollkommener Schwachsinn."

Vorgaben der Bioverbände seien lediglich ein Anfang

Mälzer in seiner Sendung Lebensmittelcheck

Biolandwirtin Astrid T. sieht das genau so: "Das kann ich als Biobetrieb nur bestätigen! Die Vorgaben bei den Bioverbänden in Bezug auf Tierhaltung beschränken sich auf Größe der Ställe und Weide- beziehungsweise Auslaufpflicht. Das ist schon ein Anfang, aber mehr auch nicht."

Daniel M. geht sogar noch einen Schritt weiter und widerspricht Mälzer hier deutlich.  Er meint, dass viele konventionelle Betriebe den Tieren mittlerweile bessere Haltungsbedingungen bieten würden, als Bio.

100 Prozent Bio: Wer würde das bezahlen?

Johannes W. fragt sich: "Wenn der Verbraucher Bio wollen würde, müssten die Molkereien Landwirten, die ihre Produktion auf Bio umstellen wolle, nicht absagen. Der Absatz an Bio-Milchprodukten ist zur Zeit am Limit. Es wird nur billig benötigt - das zeigt uns doch der Verbraucher. Der Bio Markt bewegt sich zwischen 5-8 Prozent. Wo sei da ein Trend zu sehen? [...] Und wer würde das bezahlen?", gibt Johannes zu bedenken.

Appell an Verbraucher: Sprecht mit den Landwirten

Astrid G. ist der Meinung, dass viele Landwirte, die keinen Biobetrieb führen, sondern konventionell, genauso sauber und ordentlich arbeiten.

Sie appelliert an die Verbraucher: "Wenn man Fragen zur Landwirtschaft hat, bitte redet mit den Landwirten selber, sucht das Gespräch und holt das Wissen von Ihnen anstatt von irgendjemandem, der nicht in diesem Beruf arbeitet."

Tierwohl-Siegel und ihre Kriterien im Überblick

Neuland Siegel
Tierschutzlabel Einstiegstufe
Tierschutzlabel Premiumstufe
Vier Pfoten Label
Staatliches Tierwohllabel
Initiative Tierwohl
Labelübersicht für die Schweinemast
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