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Geflügel

Legehennenhalter fühlen sich im Stich gelassen

© Uwe Dressler/Aboutpixel
von , am
11.11.2011

Berlin - Angesichts des laschen Umgangs mit illegal produzierten Käfigeiern fühlen sich Legehennhalter von der Politik alleine gelassen. Schließlich wurde die Käfighaltung hierzuland bereits 2010 abgeschafft.

Die Eier aus dem Betrieb Aiterhofen könnten mit Salmonellen kontaminiert sein. © Mühlhausen/landpixel
"Als Vorreiter haben wir schon vor zwei Jahren die konventionelle Käfighaltung abgeschafft - und jetzt müssen wir zusehen, wie andere europäische Länder das Verbot einfach ignorieren und illegale Eier nach Deutschland exportieren? Das kann ja wohl nicht sein!", empört sich Bernd Diekmann als Vize-Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und Vorsitzender des im ZDG organisierten Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE).
 
Im Vorfeld der Sitzung des EU-Agrarrats am kommenden Montag fordern BDE und ZDG von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner nachdrücklich eine klare Positionierung für ein Importverbot illegal produzierter Eier: "Die illegale Ware darf in Deutschland nicht vermarktet werden - und zwar weder als Frühstücksei noch als Eiprodukt", verlangt Diekmann.

ZDG will Verbraucher aufklären

Der BDE kündigt zudem aufmerksamkeitsstarke Aktionen an, um die Öffentlichkeit auf die Problematik hinzuweisen: "Wir müssen dem Verbraucher klipp und klar sagen, dass die Politik ihm ab Januar illegale Eier auftischen will."
 
Vorwurf: EU reagiert mit unangemessener Milde
 
Deutschland hatte die konventionelle Käfighaltung bereits zum 1. Januar 2010 abgeschafft, ab dem 1. Januar 2012 ist diese Haltungsform EU-weit verboten. Tatsächlich haben jedoch zwölf Länder eingestanden, das auf einer EU-Richtlinie von 1999 beruhende Verbot nicht einhalten zu können: Brancheninternen Schätzungen zufolge werden zu Jahresbeginn 2012 über 100 Millionen Legehennen illegal in konventionellen Käfigen gehalten.
 
Auf diesen aus deutscher Perspektive inakzeptablen Rechtsbruch reagiert EU-Verbraucherkommissar John Dalli mit, so der ZDG, mit "unangemessener Milde": In den säumigen EU-Ländern will er die Weiterverarbeitung illegal produzierter Eier bis Ende Juli kommenden Jahres dulden.
 
'Verbraucher werden getäuscht'
 
Damit drohe nicht nur ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die deutsche Eierwirtschaft, sondern vor allem eine massive Täuschung der deutschen Verbraucher, stellt Diekmann klar: "Wenn die deutsche Politik glaubwürdig bleiben will, muss Bundesministerin Aigner die Einfuhr illegal produzierter Eier unterbinden."
 
Verband fordert ausgeweitete Kennzeichnungspflicht
 
Aus Sicht des Geflügelverbandes bedarf es zur Vermeidung des Handels mit illegal produzierten Eiern einer ausgeweiteten Kennzeichnungspflicht. Bislang seien lediglich Schaleneier mit einem EU-einheitlichen Erzeugercode gekennzeichnet, der den Rückschluss auf Haltungsform, Herkunftsland und Produktionsbetrieb zulässt. Von einer solchen Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind die sogenannten Eiprodukte - Flüssigei, das zum Beispiel in Form von pasteurisiertem Eiklar oder Eigelb zur Weiterverarbeitung in die Lebensmittelindustrie geliefert wird.
 
Mit Blick auf den EU-Agrarrat in der kommenden Woche appelliert der BDE zudem an die europäische Ebene, auf eine Stilllegung der illegalen Käfighaltungsanlagen in den Mitgliedsländern hinzuwirken. "Wenn Legehennenhalter in anderen Ländern jetzt geltendes Recht missachten, muss ihnen die Zulassung entzogen werden."

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