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Warum man bei Streptokokken-Infektionen auch an PRRS denken sollte

Warum man bei Streptokokken-Infektionen auch an PRRS denken sollte
am Freitag, 01.11.2019 - 07:38 (Jetzt kommentieren)

PRRS Viren ebnen Streptokokken-Infektionen den Weg.

Das PRRS-Virus (PRRSV) ist als bedeutender Krankheitserreger in der Schweineproduktion bekannt. Im Sauenbereich reicht die Schadwirkung durch PRRSV oft von schwer erkennbaren, subklinischen Problemen bis zu massiven Reproduktionsstörungen. Bei Ferkeln und Mastschweinen stehen Atemwegsinfektionen im Vordergrund. Die Zielzellen des PRRS-Virus sind va die pulmonalen Alveolarmakrophagen (PAMs) und die pulmonalen intravaskulären Makrophagen (PIMs) – beide zählen zu den wichtigsten Abwehrzellen des Atemtraktes.

Werden die PAMs und PIMs vom PRRS-Virus „befallen“, führt dies zum Tod dieser Zellen. Die so geschwächte Immunabwehr erhöht die Empfänglichkeit der Schweine gegenüber bakteriellen Sekundärerregern, wie z.B. Streptokokken. Dieser Zusammenhang wurde in folgender Studie untersucht:

Sechs Gruppen von jeweils 13 oder 14 (insgesamt 80) 3 Wochen alten PRRSV-negativen und Streptococcus suis-freien Ferkeln wurde entweder ein wenig aggressiver oder ein stark aggressiver PRRSV-Stamm über die Nase verabreicht.

Warum man bei Streptokokken-Infektionen auch an PRRS denken sollte
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Die Anfälligkeit für klinische Erkrankungen durch Streptokokken wurde durch eine vorangegangene Infektion mit PRRSV deutlich gesteigert. Die Triggerfunktion des PRRSV beruht auf der Tatsache, dass die Funktion der pulmonalen intravaskulären Makrophagen (PIMs) und damit die Reinigung von Streptokokken aus dem Blut massiv gestört wird. Dies führte zu einer stärkeren Belastung der Organe mit Streptococcuss suis und in der Folge zu entsprechenden klinischen Symptomen (Septikämie, geschwollene Gelenke etc.). Diese Studie bestätigt, dass das PRRS-Virus bei Schweinen durch die Besiedlung (und Zerstörung) der pulmonalen intravaskulären Makrophagen (PIMs) die Anfälligkeit erhöht, an einer Sc.suis-Infektion zu erkranken.

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