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Geflügel

McDonalds erlaubt Hähnchenfleischlieferanten GVO-Futter

von , am
05.05.2014

München - Der Fast-Food-Konzern McDonald‘s erlaubt seinen Lieferanten von Hähnchenfleisch für die hiesigen Filialen seit Anfang vergangenen Monats den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln.

Auf einer Geflügelfarm in den Niederlanden ist erneut ein Fall von Vogelgrippe entdeckt worden. © Mühlhausen/landpixel
Ein Sprecher des Unternehmens in Deutschland bestätigte den entsprechenden Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". McDonald's reagiert damit dem Sprecher zufolge darauf, dass die im Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) organisierten Mäster ihre Zusage, ausschließlich GVO-freies Soja zu verwenden, im Februar zurückgenommen hatten. Sie hatten auf das immer kleiner werdende Angebot an nicht gentechnisch verändertem Sojaschrot hingewiesen.
 
Eine Fütterung ohne Gentechnik für die hiesige Hähnchen- und Putenaufzucht sei angesichts der aktuellen Marktsituation leider nicht mehr sicherzustellen, begründeten der Bundesverband bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH) und der Verband Deutscher Putenerzeuger (VDP) die Entscheidung. Der BVH hatte außerdem darauf verwiesen, dass die Betriebe im laufenden Monitoring eine systematische Verunreinigung der Sojapartien mit GVO-Soja feststellten, auch wenn die Kontaminationen sich unter dem Toleranzwert von 0,9 % bewegten. Dadurch seien die Mäster jedoch "futtermittelrechtlich angreifbar".

Bleiben Bauern und Verbraucher auf der Strecke?

Scharfe Kritik an der Entscheidung von McDonald's übte der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling. Er warf dem Unternehmen vor, es gehe diesem um wenige Cents, die der Chickenburger teurer wäre, vielleicht sogar nur um einen einzigen Cent, wie Greenpeace vorgerechnet habe. Gentechnikfreies Soja sei etwa 30 % teurer; rund 90 % dieses Preisaufschlages aber kämen allein deshalb zustande, weil die gentechnikfreien Futtermittel in einem getrennten Verfahren geerntet und auch separat von anderer Ware nach Europa verschifft werden müssten, erklärte Häusling. Die Zusatzkosten machten etwa 7 Cent pro Hähnchen aus. Das sei in etwa der Betrag, den Bauern als Gewinn je Hähnchen erzielen könnten. Doch die Erzeugerpreise würden stetig nach unten gedrückt, monierte der Grünen-Politiker. Auf der Strecke blieben dabei die Bauern und die Verbraucher.

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